Es war bekannt das alte Bergleute Mundtücher oder Schwämme vor Mund und Nase gebunden haben, um sich gegen Staub und Gase zu schützen. Sie tränkten diese Hilfsmittel mit Natronkalk oder Essig was die Einatemluft wenigstens teilweise von schädlichen Gasen ( Kohlendioxyd ) befreite.

 

                                                                               Respirationsapparate
Das der Ingen-Houszsche Atmungsapparat in Bezug auf das damals noch neue Atemmedium Sauerstoff als originell anzusehen war, nicht aber hinsichtlich des Atemprinzipes in einem geschlossenen Atmungszirkulationsraum, dass andererseits in der Folge bis zu Humboldt die Sauerstoffanwendung nicht allzu häufig in Aufnahme kam, zeigen die Pespirationsapparate von Stephen Hales ( 1727 )  Pilatre de Rozier-de i'Aulnaye ( 1785/86 ) Robert Menzies ( 1790 )  Girtanner, Voigt ( 1795 )  und Alexander von Humboldt ( 1795 - 1799 )  die mit einer einzigen Ausnahme ( Voigt ) alle atmosphärische  Luft zur Veratmung benutzten.

 

A.v. Humboldts- Atem-Halbmaske für böse Grubenwetter  1795. Er verwendete als Erster einen luftdichten Beutel als Atemgasvorratsbehälter.                                                                                                                                                             Dräger-Hefte

 

                                                                        Robert Menzies Atemapparat von 1799   Dräger-Hefte

 

Friedrich von Driebergs lungenautomatischer Frischluft-Respirator "Triton"mit luftgespeister Lampe     1808 bis 1811

 

Haubenmaske aus Ziegenleder mit vorgebautem Atembeutel für Luftzuführung aus einer Pressluftflasche    1830

 

                                                                            Gasschutzgeräte

Die Atmungsgeräte: Zum Vorgehen und Arbeiten in unatembaren Wetter dienen Atmungsgeräte. Man teilt sie ein in Schlauchgeräte und freitragbare Sauerstoff-Gasschutzgeräte.

Die ersten Anregungen für ein bergmännisches Rettungswesen hatte der Naturforscher Friedrich Alexander von Humboldt ca.1790 während seiner Tätigkeit als preußischer Oberbergmeister im Fichtelgebirge gegeben, indem er ein Rettungsgerät schuf und vorschlug, in jedem Bergbaubezirk solche Geräte bereitzuhalten. Das Gerät setzte sich aus einer Maske, einem mit Atemventilen versehenen Respirationsrohr und einem Luftschlauch zusammen, der entweder bis in frische Wetter geführt oder an einem Luftbeutel angeschlossen werden konnte.Sein Fassungsvermögen war nicht gross und so liess v. Humboldt noch im selben Jahr einen Roll-Druckgasvorratsbehälter ( auf Schienen ) bauen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war man im Wesentlichen noch auf die Verwendung von Schlauchgeräten angewiesen. Die für ein im Bergbau allgemein brauchbaren Gasschutzgeräte erforderliche Unabhängigkeit von äußerer Luftzufuhr ist nur mit einem Kreislaufgerät zu erzielen. Den ersten Vorschlag dazu machte 1853 der deutsche Physiologe Professor Schwann.(Bild) mit seinem  " Atemschutzgerät Schwann " Dieses Atemschutzgerät stellte das erste frei tragbare Gasschutzgerät mit Luftgeneration dar. Blieb aber ein Entwurf.

 

Dr. Theodor Schwann. ( Geb.1810 in Neuß, gest.1882 in Köln ) Professor an der Universität Lüttich, Konstrukteur des ersten freitragbaren Sauerstoffschutzgerätes 1853

 


Theodor Schwanns erst Konstruktion mit stehenden Sauerstoffbehälter. Rechts und links die beiden Sauerstoffzylinder, hinten der Luftregenerator, vorn unten das Druckreduzierventil, vorn oben das Manometer mit fühlbaren Zeigerknöpfen.                                                                                                                                                           Dräger-Hefte

Schwannscher Respirations-Apparat I. von 1853.  Dieser Apparat konnte über 3 Stunden beatmet werden bei einem Sauerstoffanfangsdruck von 4 Atü. Der Apparat wog 24 kg. Um das Gewicht herabzusetzen verwendete man später Stahl statt Kupfer für die Flaschen.                                                                                                                                          Dräger-Hefte

 

                                                              Schwannscher Respirations-Apparat II  von 1878         Dräger-Hefte

 

1850 baute der französische Mineningenieur A. Boisses einen Atemapparat mit Druckluftbehälter. Er besass einen Kompressionszylinder aus Kupfer der einen Anfangsdruck von 15 bis 16 at hatte.

                                                                                A. Boisses Atemapparat 1850      Dräger-Hefte

 

Martonys Kompressionsluft-Rettungsapparat mit einer Luftdruckflasche aus Schmiedeeisen  um 1850

 

 A.Galiberts Ziegenlederschlauch-Luftbehälter 1864/65

A.Galiberts Luftvorratssack aus luftdichter Leinwand, ca 200 Liter, zur Mitspeisung einer Grubenlampe  1876


Bereits zu Anfang 1870 hat die Westfälische Berggewerkschaftskasse die den Tauchgeräten nachgebildeten Gastauchgeräte von Rouquayrol-Denayrouze, die ersten Druckschlauchgeräte, angeschafft, die in mehreren Fällen von den Zechen des rheinisch-westfälischen Steinkohlenbezirkes bei Abdämmungsarbeiten aus Anlass von Grubenbränden benutzt worden sind. Dieses Gerät war das einzige das bis Mitte der 90er Jahre im Bergbau in Anwendung gestanden hat. Nach diesem Zeitpunkt erschienen die deutschen Druckschlauchgeräte.

Hochdruckapparat nach Rouquayrol-Denayrouze zur Beatmung und Beleuchtung bei Gastauchen  1872   Dräger-Hefte

 


Im folgte der Deutsche Schulz , dessen Gerät auf Ausstellungen 1876 und 1878 gezeigt wurden. In den Jahren 1883 und 1885 wurden im deutschen Bergbau Versuche mit einem von dem englischen Marineingenieur Fleuss 1879 erprobten Kreislaufgerät gemacht. Dieses Gerät war praktisch das erste brauchbare Regenerationsgerät. Die Konstruktion von frei tragbaren Systemen wurde erst durch die Stahlzylinderfabrikation möglich, die sich in Deutschland ab 1887 durch die Firmen Mannesmann und Krupp international bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte. Durch die Stahlzylinder war die Möglichkeit geschaffen, grosse Mengen an hochverdichtetem Sauerstoff zu speichern. Kurz vor der Jahrhundertwende gelang die Sauerstoffgewinnung aus flüssiger Luft. Erst der 1894/95 in Österreich nach schweren Unglücken in dem Ostrau-Karviner Revier ( der 235 Menschenopfer forderte ) von Bergwerksdirektor Ritter von Walcher-Uysdal gemeinsam mit dem Mediziner Professor Gärtner und dem Ingenieur Benda bei dem Streben nach einem Selbstretter geschaffene, "es benutze als erstes bergmännisches Rettungsgerät ein Druckreduzierventiel, diese Konstruktion stammte vom Wiener Branddirektor Müller" Pneumatophor Walcher-Gaertner  brachte die Entwicklung in Fluß. Diese Konstruktion beruhte auf dem Prinzip der Vorläufergeräte " Selbstretter J. Hutchinson 1849" aus England. Der Generaldirektor der Hibernia, Bergrat Behrens führte dieses Gerät 1896 auf der Zeche Shamrock ein.

 

                                                                         Original Fluess   1880, Seaham Colliery         

         

                                                                                                                                                                                                                           Dräger-Heft

                                                                         Pneumatophor Walcher-Gärtner  1895

 

Bild:

Selbstretter Mayer-Pilar 1897
Dieser Selbstretter mit einem Druckreduzierventil wurde 1897 von Bergrat Johann Mayer und Bergingenieur Johann Pilar entwickelt und von der Firma O.Neupert in Wien hergestellt.


Gleichzeitig kam der " Pneumatogen " auf den Markt. Nach der chemischen Entdeckung des Oxylith durch Prof. Jaubert ( Frankreich ) ,  entwickelte Prof. Dr. Bamberger und Prof. Dr. Böck in Wien das erste chemisch arbeitende Sauerstoff-Schutzgerät.

Als Weiterentwicklung des Pneumatophors Walcher - Gaertner, der als Selbstretter entwickelt wurde, wurde der Pneumatophor Typ Shamrock 1897/1898 vertrieben. Dieser wurde vom Bergwerksdirektor Georg Albrecht Meyer aus Herne als Arbeitsapparat umgebaut und erheblich verbessert. Beide Geräte    ( Mayer-Pilar und Shamrock 1897 ) waren eingeschränkt nutzbar, da die Pendelluft die Gefahr einer Kohlendioxidvergiftung bargen.

                                                                                                                                                                                         Dräger-Heft

                                                         Pneumatophor-Gerät Bauart Shamrock nach G. A. Meyer

 

Selbstretter Bouchez - Delaville le Roulx 1880  
aus Belgien. Diese Selbstretter waren in der Praxis nicht  anwendbar, stellten aber den Beginn für die Entwicklung von frei tragbaren Gasschutzgeräten dar. 

 

Im Jahr 1901 begann der Verkauf des Injektionsgerätes " Rettungsapparat Giersberg Modell 1901 " das die Firma Draeger nach Anregung des Branddirektors der Berliner Feuerwehr Erich Giersberg baute. Dieser war eine Weiterentwicklung des Rettungsapparates Giersberg 1899  


Im Jahr 1901 konstruierte Dr. Löcker ein Reservoirgerät
Ebenso 1904 Ingenieur Wanz. Diese Geräte fanden keinen Absatz, da sich die Verbesserungen an den Kreislaufgeräten durchgesetzt hatten.

1902 beendete Draeger die Zusammenarbeit mit Erich Giersberg. Noch im selben Jahr brachte Giersberg sein " Rettungsapparat Giersberg 1902 " mit der Firma "  Sauerstofffabrik Berlin " heraus.
Im Jahr 1905 fusionierte die Sauerstofffabrik Berlin mit der Gelsenkirchener Maschinenfabrik AG Westfalen. Die gemeinsam entwickelten Geräte erhielten die Bezeichnung " Westfalia ". Die Firma Westfalia entwickelte sich zu einem grossen Konkurrenten der Draeger-Werke

Unter Weiterentwicklung des Gasschutzgerätes Shamrock 1897/1898 brachte der Bergwerksdirektor Georg Albrecht Meyer  das neue Mundatmungsgerät Type Shamrock 1902/03  auf den Markt. Dieses Gerät bewährte sich beim Grubenunglück in Courrieres ( Frankreich )

 

                                                               Bergwerksdirektor Dr.-Ing. G.A. Meyer

 

Neben diesen Herren hat sich der Mitbegründer des Drägerwerkes, Bernhard Dräger, der 1903 eigene Geräte mit einer Alkalipatrone herausbrachte, um die Entwicklung der Gasschutzgeräte verdient gemacht. Im Jahr 1903 brachte Draeger das erste selbstgebaute Injektorgerät " Draeger Modell 1903 " heraus. Kurz danach kam die Weiterentwicklung " Draeger Modell 1904/09 " auf den Markt. Dieses Gerät gehörte zu den weltweit ersten Rettungsgeräten die eine Kalipatrone mitführten.

                             Rettungslager mit Sauerstoff-Atmungsgeräten Dräger-Modell 1903   Zeche Hibernia

 

                                                                                                                                  Dräger Modell 1904/09                Dräger-Heft

Die Sauerstoff-Atmungsgeräte wurden mit oder ohne Saugdüse hergestellt. Erstere nennt man Saugdüsen oder Injektorgeräte, Modell 1904/09 und 1910/11. In den Saugdüsengeräten wird der Luftumlauf durch einen Injektor angetrieben. Bei den Lungenkraftgeräten, Geräte ohne Saug und Druckdüse, muss diese Arbeit von der Lunge des Geräteträgers geleistet werden, und dieses sind, Selbstretter Dräger-Tübben, das HSS Gerät ( Heeres-Sauerstoff-Schutz ), SS-Geräte ( Sauerstoff-Schutz ), Modell 1919 für 1, 2 und 3 stündige Arbeit.

1904. Das erste chemisch arbeitende Sauerstoffschutzgerät " Pneumatogen "wurde von Professor Dr. Bamberger und Professor Dr. Böck in Wien gebaut.

 

 

Vor 1904 galten für den Gebrauch freitragender Gasschutzgeräte folgende Werte.

1. Die Luftmenge soll 20 Liter gross sein

2. Der Kolensäuregehalt der Atemluft ist bis zu 3 % zulässig

3. Die Kolensäuremenge die in 2 Stunden Arbeit ausgeatmet wird beträgt 54,4 Liter

    Bernhard Dräger führte im Jahr 1904 auf der Grube Camphausen im Saarland Versuche mit Gasschutzgeräten         der Baureihe 1904 durch und kam zu folgendem Ergebnis.

1. Die Luftmenge soll 50 Liter bis 60 Liter in der Minute gross sein

2. Ein Kohlensäuregehalt von 3% ist unzulässig

3. Die Kohlensäuremenge die in 2 Stunden ausgeatmet wird beträgt mindestens 94 Liter.

    Diese Versuche waren für die Weiterentwicklung der Gasschutzgeräte von grösster Bedeutung und erklärte

    weshalb alle früheren Rettungsapparate nicht genügend leistungsfähig waren.



Gasschutzgerät Aerolith Modell 1906. Konstrukteur Bergingenieur O. Sueß
Dieses Gerät verwendete flüssige Luft. CO² wurde mit der Ausatemluft durch ein Rückschlagventil ausgespült. Eine Regeneration war nicht nötig. Trotz vieler Vorteile konnte sich der Aerolith nicht durchsetzen, da er eine Luftverflüssigungsanlage benötigte um Einsatzbereit zu sein.


Im Jahr 1907 stellte Henry Albert Fleuß sein Gasschutzgerät mit Lungenantrieb Fleuß-Davis-Modell 1907 (Proto ) vor.

                                                                                                                                                                                              Dräger-Heft

 


                                                        Lungenautomatische Weg-Gerät von W.E. Garforth    1907           Dräger-Hefte

 

                                                                                        Saugdüsengerät  "Westfalia 1908"                            Dräger-Heft

                                                                  

Im Jahr 1910 stellte die Firma Draeger das "Halbstundengerät Draeger Modell 1910" vor.

Während die vor dem ersten Weltkrieg für den Bergbau hergestellten deutschen Sauerstoff-Kreislaufgeräte sämtlich einen Injektor hatten, um die damals noch gebräuchliche Helmatmung zu ermöglichen, wurden kurz vor und während des Krieges gebaute Kleingeräte als Lungenkraftgeräte ausgeführt, bei denen der Luftumlauf durch die Atmung des Geräteträgers in Gang gehalten wird.

 


                                                                           Dräger-Gerät, Bauart 1910/1911        Dräger-Heft

 

                           Dräger-Modell 1910/1911

      Auswechseln einer verbrauchten Alkalipatrone im

                             Rauch. Injektorgerät 1910/1911


                                                       Dräger Maskenhelm von 1914 für das Gerät Modell 1910/11

 

                                                                       Dräger Helmkappe für Mundatmung    1914

 

                                                Ledergekapseltes Sauerstoff-Gasschutzgerät Modell Westfalia  1912    

 


                       Modell SS ( Sauerstoff-Schutz ) mit Mundatmung und mit Rauchmaske  1919    Dräger-Hefte

 

Gasschutzgerät Aerolith Modell 1906. Konstrukteur Bergingenieur O. Sueß
Dieses Gerät verwendete flüssige Luft. CO² wurde mit der Ausatemluft durch ein Rückschlagventil ausgespült. Eine Regeneration war nicht nötig. Trotz vieler Vorteile konnte sich der Aerolith nicht durchsetzen, da er eine Luftverflüssigungsanlage benötigte um Einsatzbereit zu sein.

Nach dem ersten Weltkrieg versuchte Dräger einen neuen Weg zu finden um das alte Aerolith vom Bergingenieur Sueß zu verbessern und dem Bergbau zuzuführen. 1919 stellte er dieses Gerät der Öffentlichkeit vor.

                                                              Draegerolith für flüssigen Sauerstoff  1919     Dräger-Hefte

 


                                                                            Saugdüsengerät Dräger  1904/21    Dräher-Hefte

 


                                                                  Saugdüsen-Gerät Westfalia mit neuer Patrone   Dräger-Hefte

 

1921 stellte man sich die Frage. Soll die Sauerstoffzufuhr gleichmässig strömen, unterstützt durch die Nachhilfe mit der Hand, oder soll sie durch den Lungenbedarf  automatisch geregelt geschehen. Das erste dieser Geräte war das Lungenkraft-Dosierungs-Gerät Dräger Modell 1921

 


                                                                                               Lungenkraft-Dosierungs-Gerät Dräger Modell 1921                      Dräger-Heft

Dieses erste Lungenkraft-Dosierte -Gerät ist auf Grund der Erfahrungen mit dem kleineren Kriegsgerät, Selbstretter HSS-Gerät zu einem leistungsfähigen Zweistunden-Gerät entwickelt worden.

 

Am 4. und 18. Oktober 1924 wurde auf der Zeche Engelsburg eine Versuchsübung mit dem neuen lungenautomatischen Dräger-Bergbau-Gerät Modell 1923 durchgeführt.

                                                               Dräger-Zweistunden Bergbau-Gerät  Modell 1923             Dräger-Hefte

 

Gasschutzgerät Dräger-Modell 1924. Dieses Bergbaugerät arbeitet mit konstanter Sauerstoffdosierung und mit einer Sauerstoff-Zusatzdosierung von Hand. Dieses Modell war die grösste Ingenieurtat von Bernhard Dräger. Alle weiteren Gasschutzgeräte bis in die Neuzeit, beruhten auf diese Grundkonstruktion.

                                                         Gasschutzgerät Dräger Modell 1924 mit Maske      Dräger-Hefte

 

  Meister-Rettungstrupp Rheinelbe bei dem schweren Grubenunglück auf Minister-Stein  mit Dräger-Modell 1924                                                                

Bernhard Dräger baute dieses Gerät, Modell 1924 in kürzester Zeit. Seine Vorläufer waren die Versuchsgeräte, Modell 1919, Modell 1920, Modell 21, Modell 1922 und Modell 1923 die nie in den Handel kamen.

Dieses neue 2 Stundengerät hatte erweiterte Luftwege. Der erste Einsatz des Gerätes für schwersten Ernstfall geschah am 11. Februar 1925 auf der Schachtanlage Minister-Stein. Bernhard Dräger baute dieses Gerät mit nur konstanter Sauerstoffdosierung von 2,1 l/min und als zweiten Typ mit konstanter Dosierung plus lungenautomatischer Sauerstoffzusatzdosierung.

 

Lungenkraft Versuchsgerät, Unterdruck  Modell 1919

Rein Lungenautomatisches Versuchsgerät Modell 1920  Überdruckgerät


Lungenkraft Versuchsgerät Modell 1921   Überdruck

                      Versuchsgerät Dräger-Modell  1922


 

 

                                                             Lungenautomatisches Bergbau-Gerät Audos     1924

 

 

 

Unter lungenautomatischer Dosierung ist folgendes zu verstehen. Der Träger eines Sauerstoff-Gasschutzgerätes  wird in Ruhe, bei leichter, mittlerer oder schwerster Arbeit automatisch mit der Sauerstoffmenge versorgt, die entsprechend seiner jeweiligen Arbeitsleistung nötig ist oder dem jeweiligen Füllungsbedürfnis seiner Lunge entspricht. Die lungenautomatische Sauerstoffdosierung erspart es dem Geräteträger nach Öffnen des Verschlussventils am Sauerstoffzylinder seines Gerätes sich durch Handbetätigung an einem Hilfsventil eine zusätzliche Sauerstoffmenge zu verschaffen. Durch die Kombination, konstante Sauerstoffdosierung von 1,5 l/min und lungenautomatische Sauerstoff-Zusatzdosierung wird eine Sauerstoffersparnis herbeigeführt die die Gebrauchszeit des Gerätes von 2 Stunden auf 3 Stunden erhöht. Rettungstechnisch ergibt sich eine wichtige Sicherheitsreserve an Sauerstoff.

 

 

Sauerstoff-Gasschutzgeräte in denen die Steuereinrichtung der lungenautomatischen Dosierung zu den Bewegungen des Atembeutels in Beziehung treten. Steuereinrichtung innerhalb des Atembeutels.

1916  Gibbs-Gerät        USA

1917  Paul-Gerät           USA

1919  Audos-Gerät       Prof. Dr. von der Heide       Deutschland

1923  Dräger-Gerät      Dr. Ing. Bernhard Dräger   Deutschland

1924  Mc Caa-Gerät     USA

1924  Dräger-Gerät      Dr. Ing. Bernhard Dräger   Deutschland

1925  Audos-Gerät       Entwurf nach C. von Hoff  Deutschland   Auer-Gesellschaft

1927  Audos-Gerät       Auer-Gesellschaft                Deutschland

1931   Dräger-Gerät      Dräger                                    Deutschland

 

Sauerstoff-Gasschutzgeräte deren lungenautomatische Steuereinrichtung ausserhalb des Atembeutels liegen.

1921  Frenzy-Gerät     Frankreich

1934 Dräger-Gerät     Dr. Heinrich Dräger   Deutschland

 

Mit dem Auswechseln alter Injektorgeräte  gegen Lungenkraftgeräte der Bauart Dräger-Modell 1924  strömten mehr als  2000  technisch überholte Gasschutzausrüstungen auf den Müll. Ca 4000 Stahlzylinder wurden verschrottet.

 

                                                                        Dräger-Klein-Gasschutzgerät Modell 130


Dräger-Versuchsmodell KG 130 vor der Erprobungsbefahrung auf der Grube Peißenberg/Oberbayern  1933 Dräger-Hefte

 

1933 wurde von den Drägerwerken ein neues 2 Stunden Gasschutzgerät angekündigt, Modell 140                                  ( Seitenschlauchtyp) und Modell 150 ( Rückenschlauchtyp). Die im Gebrauch befindlichen Bergbaugeräte  Modell 1924 wurden als überholt betrachtet. Dieses angekündigte Modell kam nie in die Fertigung.

 


        Befahrung und Protokollierung der Erprobungsversuche des Dräger-Modell 140 auf der Zeche Rhein-Elbe          Dräger-Hefte

 

Gasschutzgerät Modell 160: Das Drägerwerk hat 1934 ein gekapseltes Bergbau-Gasschutzgerät als Seitenschlauchtyp für 2 stündiger Gebrauchsdauer entwickelt. Die Grundlagen des Gerätes 1924 wurden beibehalten. Als Verbesserung seien die vollständige Kapselung, das lungenautomatische Zusatzventil, die Warnhupe ( übernommen von KG-Modell 130 ) und die Tragevorrichtung genannt. Die Sauerstoffversorgung ist in dreifacher Weise gesichert. Das Gerät gab es in zwei Ausführungen, mit konstanter Dosierung und mit Lungenautomat. 

Die Verbesserungen waren:                                                                                                                                                                       1.  die konstante Dosierung

2. das lungenautomatische Zusatzventil

3. das Handzusatzventil ( Druckknopfbetätigung )

 


                                                                         Dräger-Bergbau-Gasschutzgerät Modell 160       Dräger-Hefte

                                                      Grubenwehr mit Dräger- Bergbaugerät Modell 160    Dräger-Hefte

 

                                      Zweistunden-Naszogen- Gastauchgerät der Firma Inhabad   um 1935

 

Dräger Sauerstoffschutzgerät Modell 210 aus dem Jahr 1936 ist ein vollständig gekapseltes, rückentragbares Kreislaufgerät für einstündige Arbeit in unatembaren Gasen. Die Anordnung der Hauptbestandteile lehnt sich an die Bauart des bewährten Bergbaugerätes Modell 1924.Das Modell 210 wurde für die Brandwache unter Tage eingesetzt.

                                                                     Dräger Sauerstoffschutzgerät Modell 210   Dräger Hefte

 

Versuchs-Bergbaugerät Modell 160 B mit einer 2 Liter Leichtstahlflasche, konstanter Dosierung von 2,1 l/min und einem Gewicht von 17,85 kg.

Das Bergbau Modell 181 war beschickt mit einer 1,5 Liter Sauerstoffflasche und eine Kalipatrone mit Kühlmittel. Als Kühlmittel fand ein dreiteiliger Filz, der durch Eintauchen in Wasser durchnässt war, Verwendung

                                       Links Bergbaugerät Modell 160 B   Rechts Bergversuchsgerät Modell 181       Dräger-Hefte

 

 

Das Dräger-Bergbaugerät Modell BG 170/400 ist ein freitragbares Sauerstoff-Schutzgerät mit Regeneration der Ausatemluft. Die rein lungenautomatische Sauerstoffgabe entspricht dem tatsächlichen Bedarf des Geräteträgers. Im Gegensatz zu den bisher gebräuchlichen Sauerstoffschutzgeräten BG 1924 und BG 160A hat das Modell 170/400 keine konstante Dosierung. Das neue Bergbaugerät hat infolge seiner rein lungenautomatischen Dosierung und infolge des von 300 Liter auf 400 Liter erhöhten Sauerstoffvorrates eine Gebrauchsdauer in völliger Ruhe von bis zu 18 Stunden, bei Verrichtung von Arbeiten eine Gebrauchsdauer von 5 bis 7 Stunden. Diese Gerät benötigte 4 Jahre Forschungs und Konstruktionsarbeit. Im Laufe dieser Jahre entstanden 15 verschiedene Versuchs-Gerätemodelle.    Zugelassen 1949


                                           Dräger-Bergbaugerät BG 170/400 für lange Gebrauchsdauer    Dräger-Hefte

 

 

 

Das Bergbau-Gerät Modell 172 arbeitete nach dem Prinzip des Bergbaugerätes Modell 160A. Neuartig war der Flaschenanschluss. Bisher musste die Überwurfmutter des Sauerstoffverteilers mit einem Schlüssel fest angezogen werden, jetzt schraubt der Gerätewart die mit einem Griffring versehene Mutter mit der Hand an das Flaschenventil. Weiter wurde das Warnsignal von Ausatemweg in den Einatemweg verlegt.  Zulassung 1956

                                                    Dräger-Sauerstoff-Schutzgerät für den Bergbau Modell BG 172   Dräger-Hefte

Das Sauerstoffschutzgerät BG-174  ist ein rückentragbares Gerät in halboffener Bauweise. Es löste die Geräte der Baureihe Dräger-Modell BG-170/400 und Modell BG 172 ab.   Zulassung 1966

                                                      Dräger-Sauerstoff-Schutzgerät für den Bergbau Modell BG 174

 

 

 

Das Kreislauf-Atemschutzgerät BG 4 ist ein Regenerationsgerät mit Reinsauerstoffversorgung in Überdruckausführung. Der geringe Überdruck im gesamten Atemkreislauf verhindert das Eindringen von Schadstoffen aus der Umgebungsluft. Die Atemluft zirkuliert in einem geschlossenen Atemkreislauf. Der CO² Absorber bindet das in der Ausatemluft enthaltene Kohlendioxyd. Die Atemluft wird aus der Sauerstoffflasche mit Sauerstoff angereichert.  Zulassung 2008

                                                                                                             BG 4

 

 

 

                                                                Sauerstoff - Umfüllpumpen

Die Anwendung von verdichtetem Sauerstoff ist vielseitig geworden. Er wird in Atmungsgeräten benutzt die von äußerer Luftzuführung unabhängig sind. Die handelsübliche Aufspeicherung des verdichteten Sauerstoffes geschieht in großen Stahlzylindern. Die unmittelbare Entnahme von Sauerstoff aus den großen Zylindern ist unmöglich. Es ergibt sich die Aufgabe den verdichteten Sauerstoff aus den Vorratszylindern in die kleineren Arbeitszylinder umzufüllen. Um eine bessere Ausnutzung der Sauerstoffvorräte zu gewährleisten ist für das Umfüllen verdichteten Sauerstoffes die Anwendung eines Pumpverfahrens nötig.

 

                          Umfüllstern von 1900     Dräger-Hefte

             Sauerstoff-Handumfüllpumpe von 1904   Dräger-Hefte


    Sauerstoff-Umfüllpumpe Elektrisch 1917     Dräger-Heft

  Elektr. Sauerstoffumfüllpumpe  1925            Dräger-Heft


Dräger-Hochdruck-Umfüllpumpe Modell U 200 Dräger-Hefte

                      Sauerstoffumfüllpumpe U 300 DS


Seit Einführung der Sauerstoffrettungsgeräte mit verdichtetem Sauerstoff war man bemüht einen hohen Sauerstoffdruck zu verwenden weil davon die Benutzungsdauer des Gerätes abhängig war. In den Jahren 1895 bis 1899 erfolgte die Umfüllung der Geräteflaschen aus Sauerstoffvorratsflaschen indem die kleinen Stahlflaschen an die 10 l bis 40 l fassenden grossen Vorratsflaschen angeschlossen wurden. Durch einfaches Überströmen fand der Druckausgleich statt. Der Druck konnte an einem an der Rohrverbindung befindlichen Druckmesser abgelesen werden. Um das Füllverfahren zu vereinfachen brachten zwei Firmen den sogenannten Umfüllring oder Umfüllstern auf den Markt. Diese Einrichtung bestand aus 6 bis 8 im Kreis angeordneten Stahlzylindern die um eine Zentrale Säule gruppiert waren. Die Rohrsäule trug den Druckmesser und den Anschlussstern für die Vorratsflaschen sowie das Verbindungsrohr zum auffüllenden Zylinder. Um dem Sauerstoffverlust zu verringern war der Füllanschluss mit einem Absperrventil versehen. Nach Anschluss der kleinen Flaschen konnten der Reihe nach die grossen Flaschen aufsteigend geöffnet und geschlossen werden bis der Höchstdruck erreicht wurde.
Auf einigen Schachtanlagen wurde eine hydraulische Sauerstoffumfüllvorrichtung nach Art der Kesseldruckpumpen verwendet. Durch ein besonderes Flaschenventil wurde Wasser in die Flaschen gepumpt und der Vorratssauerstoff immer unter gleichem Druck gehalten. Aufmerksam musste das Steigen des Wassers im Zylinder verfolgt werden damit nicht der Rest Sauerstoff herausgedrückt wurde, also kein Wasser in die Füllzylinder gelangte. Als jedoch Strahldüsengeräte heraus kamen und die Flaschen der Geräte von 0,6 Liter Inhalt auf 2 Liter Inhalt vergrössert und der Druck von 100 at auf 150 at erhöht werden musste, war die richtige Füllung schwieriger. 1902 brachte die Industrie Handumfüllpumpen auf den Markt wodurch der vorgeschriebene Druck gut erreicht wurde.  Ca 1911 brachten die Draegerwerke eine elektrische Umfüllpumpe heraus. Die Bergschule Bochum kaufte diese und war bis 1936 dort in Betrieb.

 

 

                                                      Stahlzylinder für Bergbau-Geräte

                                                                                       1935

Es ist die Aufgabe des Gerätekonstrukteurs das Gewicht des Atemschutzgerätes, mit dem der Grubenwehrmann belastet wird, zu verringern. Die Forderung unbedingter Betriebssicherheit stellt die natürliche Grenze des Erreichbaren dar. Untersucht man das Gewicht des schwersten frei tragbaren Bergbau-Gasschutzgerätes kommt man auf ein Gesamtgewicht von 17,4 kg. Die einzige Möglichkeit das Gewicht zu verringern liegt beim Sauerstoffzylinder. Das Gewicht des Sauerstoffzylinders von 5,8 kg setzt sich zusammen aus:

1. Zylinder selbst        4,70kg

2. Verschlussventil    0,37 kg

3. Füllung                    0,43 kg   ( 300 Liter Sauerstoff )

Es wurden Zylinder aus Lautal (Aluminium-Kupfer-Legierung) dann aus Bondur ( Aluminiumlegierung mit Kupfer und geringen Mengen Silicium, Mangan, Magnesium ) hergestellt. Das Gewicht der Leichtmetallzylinder lag bei   2,08 Kg, die Gewichtsersparnis gegenüber den bisher benutzten Stahlzylindern betrug 2,6 kg. Drei Jahre waren diese  im Gebrauch, da wiesen einige Flaschen, Risse am Flaschenhals auf. Der Werkstoff war den beim Einschrauben des Ventils auftretende Spannung nicht gewachsen und zeigte interkristalline Korrision. Daraufhin wurden Versuche mit dünnwandigen Stahlzylindern durchgeführt. Während die schweren Stahlzylinder warm gewalzt wurden, handelte es sich nun um ein Herstellungsverfahren bei dem der Zylinder aus einer Blechronde kalt gezogen wurde. Das Gewicht der neuen Stahlzylinder betrug bei 2 Liter Inhalt 2,7 kg.

 

Der Höchstfülldruck für Sauerstoff-Stahlflaschen betrug  150 bar bei einem Prüfdruck von 225 bar. Stand 1930