Grosse Grubenunglücke und Grubenwehreinsätze


Braunkohlegrube "Frischglückzeche " in Böhmen  19.September.1900

Explosion von Brandgasen durch Selbstentzündung der Braunkohle. Es starben 55 Bergleute

Braunkohlegrube Jupiterschacht in Böhmen 14.Januar.1902
44 verschüttete Bergleute durch hereinbrechen übertägige Wassermassen


Das Grubenunglück von Courrieres 1906
In der Nähe der französischen Industriestadt Lens liegen die Courrieres - Zechen mit insgesamt 14 Schächten umgeben von den Bergarbeiterstädten Billy Montigny, Sallaumines, Mericourt und Noyelles-sous-Lens.

Am 10. März 1906, morgens um 4:00 Uhr wurden die Gruben Courrieres in Nordfrankreich von einer schweren Schlagwetterexplosion heimgesucht. 1099 Bergleute fanden den Tod. Das war in seiner Art das größte Grubenunglück aller Zeiten.
Bergmeister Engel vom Bergbau-Verein-Essen bot im Namen des Ruhrbergbaus rettende Hilfe an. Die Direktoren Courrieres nahm das Hilfsangebot an. Die erst seit kurzer Zeit neu gebildeten Rettungstrupps der Zeche Shamrock in Herne und der Feuerwache Rheinelbe in Gelsenkirchen waren in sehr kurzer Zeit auf dem Wege nach Courrieres. Bergwerksdirektor G. A. Meyer von Shamrock führte sie. Brandinspektor Koch von Rheinelbe half ihm. Bergmeister Engel fuhr mit ihnen.

 

Am 18.Januar 1907 ereignete sich auf der Schachtanlage Reden in Neunkirchen eine Schlagwetter und Kohlenstaubexplosion die mindestens 149 Bergleuten das Leben kostete. Die Ursache dieser Katastrophe blieb unbekannt.


Schachtanlage Radbod
Eine vermutlich durch eine offene Benzin-Grubenlampe verursachte Methangasexplosion hat um 4.20 Uhr an jenem 12. November 1908 das Bergwerk in weiten Teilen zerstört. Dem bis dahin größten Grubenunglück in Deutschland fallen 350 Bergleute zum Opfer. Um das durch die Explosion entstandenes Feuer zu löschen, beschließen die Verantwortlichen von Oberbergamt und Zechenleitung, die Belüftung auszuschalten. Die Schächte lassen sie verschließen und abdichten. Zusätzlich wird Wasser in die Grube geleitet: Rund 15 Stunden nach der Explosion beginnt die Flutung. Gut einen Monat später beginnt man, das Wasser aus dem Bergwerk wieder abzupumpen. Im März 1909 werden die Leichen unter behördlicher Aufsicht geborgen. Zu identifizieren sind sie nicht mehr. Fast immer waren nur noch Knochen geblieben, teilweise zerstückelt. Im Oktober 1909 wird die Förderung wieder aufgenommen. Die Aufräumarbeiten ziehen sich jedoch noch bis 1910 hin.

Zeche Lothringen  8 August 1912
Um 9.30 Uhr stiegen am Morgen des 8. August 1912 dunkelbraune Rauchschwaden aus dem Schacht II der Zeche Lothringen auf. Zehn Minuten zuvor hatte der Depressionsmesser eine Schlagwetterexplosion angezeigt, vermutlich infolge von unsachgemässer Schiessarbeit. Bereits gegen 11 Uhr wurden die ersten toten und verletzten Bergleute geborgen, doch erst am Abend zeigte sich das ganze Ausmaß der Katastrophe: 95 Tote und 26 Schwerverletzte werden gezählt, letztlich verloren 118 Kumpel bei dem schweren Unglück ihr Leben.


Am 2 März 1915 war in der Grube der New River & Pocahontas in Layland, Vereingten Staaten von Amerika der Schauplatz einer folgenschweren Schlagwetterexplosion. Über 160 Bergleute wurden getötet bzw. wurden eingeschlossen. An den Rettungsarbeiten waren Gastaucher mit Dräger-Helm-Geräten beteiligt.

Carl Friedrich Erbstollen

"Am 28. April 1917 ereignete sich auf der Zeche Carl Friedrichs Erbstollen ein Betriebsunfall im Förderschacht. Während der Seilfahrt riß im Hauptschacht das Seil eines Förderkorbes. Der vollbesetzte Korb stürzte in den Sumpf. Dabei fanden 41 Bergleute, unter ihnen ein Steiger, den Tod",

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"Am 28. April 1917 ereignete sich auf der Zeche Carl Friedrichs Erbstollen ein Betriebsunfall im Förderschacht. Während der Seilfahrt riß im Hauptschacht das Seil eines Förderkorbes. Der vollbesetzte Korb stürzte in den Sumpf. Dabei fanden 41 Bergleute, unter ihnen ein Steiger, den Tod",

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Am 28 April 1917 ereignete sich auf der Schachtanlage Carl Friedrich Erbstollen ein Unfall im Förderschacht. Während der Seilfahrt riss im Hauptschacht das Seil eines Förderkorbes. Der vollbesetzte Korb stürzte 400 m in den Sumpf. Dabei fanden 41 Bergleute den Tod.

Anna
Am 29.11.1917 kam es zu einem Großbrand im Untertagebetrieb von Anna I. Eine Benzollokomotive war in Brand geraten. Das Feuer breitete sich rasch aus und kostete 58 Bergleuten durch den Erstickungstod das Leben. 40 Bergleute wurden verletzt.

Am 28. April 1917 ereignete sich auf der Zeche Carl Friedrichs Erbstollen ein Betriebsunfall im Förderschacht. Während der Seilfahrt riß im Hauptschacht das Seil eines Förderkorbes. Der vollbesetzte Korb stürzte in den Sumpf. Dabei fanden 41 Bergleute, unter ihnen ein Steiger, den Tod", heißt es in seinem Bericht.

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Am 28. April 1917 ereignete sich auf der Zeche Carl Friedrichs Erbstollen ein Betriebsunfall im Förderschacht. Während der Seilfahrt riß im Hauptschacht das Seil eines Förderkorbes. Der vollbesetzte Korb stürzte in den Sumpf. Dabei fanden 41 Bergleute, unter ihnen ein Steiger, den Tod",

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Im Oberbergamtsbezirk Dortmund kamen im Jahr 1919 -  3 Grubenwehrmänner im Gerät zu Tode.
 

Am 28. April 1917 ereignete sich auf der Zeche Carl Friedrichs Erbstollen ein Betriebsunfall im Förderschacht. Während der Seilfahrt riß im Hauptschacht das Seil eines Förderkorbes. Der vollbesetzte Korb stürzte in den Sumpf. Dabei fanden 41 Bergleute, unter ihnen ein Steiger, den Tod",

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Am 28. April 1917 ereignete sich auf der Zeche Carl Friedrichs Erbstollen ein Betriebsunfall im Förderschacht. Während der Seilfahrt riß im Hauptschacht das Seil eines Förderkorbes. Der vollbesetzte Korb stürzte in den Sumpf. Dabei fanden 41 Bergleute, unter ihnen ein Steiger, den Tod",

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"Am 28. April 1917 ereignete sich auf der Zeche Carl Friedrichs Erbstollen ein Betriebsunfall im Förderschacht. Während der Seilfahrt riß im Hauptschacht das Seil eines Förderkorbes. Der vollbesetzte Korb stürzte in den Sumpf. Dabei fanden 41 Bergleute, unter ihnen ein Steiger, den Tod",

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Metz
In Lothringen kamen im Januar 1919  durch eine Schlagwetterexplosion 70 Bergleute uns Leben

Heinitzgrube
Am 31. Januar 1923 kam es zu einem Unglück in der Heinitzgrube. Bei Schiessarbeiten entzündete sich Kohlenstaub wodurch 145 Bergleute den Verbrennungs und Erstickungstod fanden.

 

 

Gabrielenzeche

Am 13. April 1924 ereignete sich eine Explosion unter Tage die 1 km weit hörbar war. Es kamen 15 Bergleute zu tode und 6 Bergleute wurden schwer verletzt. Das 35 Meter Hohe Fördergerüst samt Tomsonförderung lagen zertrümmert über den Förderschacht. Von den Förderschalen flog eine aus dem Gerüst 100 m weit weg, brennende Bretter wurden bis zu 1 km weit fortgeschleudert, die Schachtmauerung wies auf 20 m Tiefe weite Risse auf. Nahe liegende Gebäude wie Förderschacht 1, Kesselhaus, Maschinenhalle waren eingedrückt, die Dächer abgedeckt und sämtliche Fensterscheiben zertrümmert.


             Rettungstrupp der Gabrielenzeche mit Dräger-Bergbaugerät Modell 1923.   Rettungslager Gabrielenzeche.

Minister Stein
Am 11. Februar 1925 kamen bei einer Schlagwetterexplosion, hervorgerufen durch eine Sprengung,  auf der Schachtanlage Minister Stein in  Dortmund 136  Bergleute ums Leben, 8 Bergarbeiter überlebten das Unglück. Hier wurde zum ersten mal das neue Dräger Gasschutzgerät "1924" mit grossen Erfolg eingesetzt. Insgesamt hielten sich 364 Rettungsleute mit 168 Geräten bereit, von ihnen wurden 160 eingesetzt.

 

Ein Lied erinnert an diesen Vorfall in Eving:
Dicht bei Dortmund liegt eine Zeche
Diese heisst Minister Stein
136 Knappen büssten dort ihr Leben ein
Wer war Schuld an diesem Unglück?
Schuld an diesem Leid?
Ja die Steiger mit ihrer Treiberei

 

Zeche Dorstfeld

Bei der Sprengstoff- und Kohlenstaubexplosion  auf der Zeche Dorstfeld am 16. Mai 1925 waren 245 Rettungsmänner mit 116 Geräten und 19 Wiederbelebern verfügbar. Das Unglück forderte 47 Todesopfer.

 

Die statistischen Ermittlungen des Bureau of Mines (Vereinigten Staaten von Amerika) stellten fest, dass seit dem    1. Januar 1909 bis 1. July 1928,  33 Mann in Gasschutzgeräten tödlich verunglückten. In demselber Zeitraum wurden 400 Bergleute durch Geräteträger gerettet. Es waren vom 1. Januar 1909 bis 1. July 1928 zu bekämpfen, 184 grosse Schlagwetterkatastrophen (wenn 5 oder mehr Bergleute getötet wurden) und 10 grössere Brände in Steinkohlenbergwerken.

 

Anzahl der getöteten Bergleute

1913..............................2785 Bergleute

1914.............................2454 Bergleute

1915.............................2000 Bergleute





Wenzeslausgrube  Schlesien
Am 9. Juli 1930 kam es zum Unglück: 151 Bergarbeiter erstickten in Folge eines Kohlensäureausbruchs im Hausdorfer Kurtschacht.


Einsätze der Grubenwehr Königin Luise

1926: 
Einsatztage: 52   Verbrauchte Alkalipatronen: 1392     Unfälle im Gerät: 2 leichte
 1927:
Einsatztage: 43   Verbrauchte Alkalipatronen: 744       Unfälle im Gerät:    keine
1928:
Einsatztage: 89   Verbrauchte Alkalipatronen: 1829     Unfälle im Gerät: 2 leichte
1929:
Einsatztage: 89   Verbrauchte Alkalipatronen: 3032     Unfälle im Gerät: 1 schwerer
1930:
Einsatztage: 137  Verbrauchte Alkalipatronen: 3426     Unfälle im Gerät: 2 leichte
1931:
Einsatztage: 105  Verbrauchte Alkalipatronen: 3281      Unfälle im Gerät:   keine

 


Am 21. Oktober 1930 um 7:30 Uhr ereignete sich auf der Schachtanlage Anna II. in Alsdorf eine Explosion.            Die Zahl der Verunglückten war groß, so das ein umfangreiches Rettungswerk zu leisten war. Die Explosion war eine Schlagwetter und Kohlenexplosion die sich im Bereich des einziehenden Schachtes Anna II. auf drei Sohlen, der Wettersohle und der 1. und 2. Bausohle abgespielt hatte. Sie wurde durch ein plötzliches Austreten von Grubengasmengen infolge eines Gebirgsschlages verursacht. Auch wurde angenommen das eine elektrische Beleuchtung oder Sicherheitslampe das Unglück verursachte. Die Explosion schlug im Einziehschacht hoch bis zu Tage und legte dort dem Förderturm um und zerstörte die Schachthalle und das Verwaltungsgebäude. Unter den Trümmern über Tage wurden 30 Personen begraben. Weil die Explosion im Einziehschacht stattfand, wurde der in die Grube einziehende Wetterstrom vergast und das ganze Grubengebäude von den Nachschwaden betroffen. Vierfünftel aller von der Explosion betroffenen Bergleute sind durch die Nachschwaden zu Schaden gekommen. Eingesetzt wurden bei dem Unglück aus dem AachenerRevier 6 Oberführer, 17 Führer und 65 Mannschaften. Die Grubenwehren der Schachtanlagen, Anna 1, Adolf, Maria, Karl-Alexander, Eschweiler Reserve, Carolus-Magnus, Gouley und Laurweg, Friedrich-Heinrich, Rheinelbe, und die Holländischen Staatswerke waren vor Ort. Insgesamt wurden eingesetzt: 8 Oberführer, 22 Führer und 94 Mannschaften. Die Anzahl der eingesetzten Geräte betrug 96. 
An Toten und Verletzten waren zu beklagen:

 

Tote     271                        Durch Nachschwaden   206                  Verbrennungen   65
Schwerverletzte 99       Durch Nachschwaden     81                    Verbrennungen   18
Leichtverletzte  205      Durch Nachschwaden    174                    Verbrennungen   31

Grubenwehr Königin-Luise, Brandbekämpfungsarbeiten 1932 in 52°C . Hintergrund Dräger-Modell 1924     Dräger-Hefte

 

Schlagwetterunglück am 25. Oktober 1930 Grube Maybach. Es waren 98 tote Bergleute zu beklagen
Die Gruppe Ost setzte 76 Drägergeräte aus der Organisation des Saargrubenrettungswesens der staatlichen Betriebe ein, davon 8 Drägermodelle 1924. Alle übrigen Geräte waren Modell 04/09 und 10/11. Auserdem hatte die französische Privatgrube Frankenholz 9 Drägergeräte Modell 1924 zur Verfügung gestellt. Es wurden im ganzen 38 Führer und 240 Wehrmänner eingesetzt. Der Gesamteinsatz an freitragbaren Gasschutzgeräten war 107 Geräte.

                                              Rettungsleute auf der Grube Maybach an der Saar am 25. 10. 1930           Dräger-Hefte





Draeger-Bergbau-Sauerstoffgasschutzgeräte für 2 Stunden Gebrauch
In den Jahren 1905 bis 1922 wurden durch den Einsatz von 222 Zweistundengeräten
lebend geborgen......217 Bergleute                                                                                                                                                            tot geborgen................231 Bergleute
zusammen 208968 Alkalipatronen verbraucht was 417936 Arbeitsstunden unter Gerät bedeutet.


Insgesamt wurden in den Jahren 1923 bis 1937 eingesetzt
Lebend geborgen: 238 Bergleute mit 1548 Gasschutzgeräten. Davon 1165 Draeger-Geräte
Für Erhaltung von Eigentum: 8454 Gasschutzgeräte. davon 6921 Draeger-Geräte.
Es wurden weiterhin Gasschutzgeräte der Firmen Auer, Westfalia und Inhabad verwendet.


Grubenunglück im Braunkohlenbergwerk Kakanj in Bosnien am 21. April 1934
Explosion in 200 Meter Tiefe. 129 Bergleute kamen bei dieser Katastrophe ums Leben.
Die Ursache dieser Explosion wurde nie geklärt


Grubenunglück auf der Braunkohlegrube Nelson im Erzgebirge  1934
Die grosse Grubenkatastrophe auf den Nelsonschächten in Ossegg am 3. Januar 1934 tötete 142 Bergleute, es gab nur 13 Überlebende, zwei Bergleute mussten für immer in der Grube bleiben. Die Explosion zerstörte alle Einrichtungen des Grubengebäudes und richtete an der Übertageanlage erheblichen Schaden an. Alle Anstrengungen in die Grubenreviere zu gelangen schlugen wegen der dort wütenden Grubenbrände fehl. Alle Schächte wurden verschlossen. Nach 7 Wochen zeigten die Grubengase an, das der Brand erloschen war. Am 20 Februar wurden die Ventilatoren der Schächte Nelson 3 und 4 wieder in Betrieb genommen.

 

                                                                               Schachtzerstörung auf Nelson III     Dräger-Hefte

 

                         Bergmännisches Opferdenkmal für 142 verunglückte Bergleute auf Schacht Nelson III   Dräger-Hefte

Grubenwehreinsatz auf der Schachtanlage Consolidation in Gelsenkirchen 1938
Beim Einsatz von mehr als 300 Grubenwehrmännern von Consolidation und von den Rettungsstellen des Hilfsbereitschaftskreises, die zusammen mehr als 10000 Stunden im Gasschutzgerät gearbeitet haben, wurde nicht ein einziger Unfall gemeldet.
Der in einem altern Stapel zwischen der 6. und 7. Sohle ausgebrochene Brand war umfangreicher als angenommen. Als sich ein Umgreifen des Brandes abzeichnete, wurde die Alarmierung der zur Hilfeleistung verpflichteten Grubenwehren beschlossen. Es erschienen die Rheinelbe-Truppe, Victoria Mathias, Königin Elisabeth und die Grubenwehr Graf Bismark, Hoesch Aktiengesellschaft ( Audosgeräte )  Holland, Bergmannsglück, Pluto-Thies, Wilhelmine Viktoria, Friedrich Ernestine, Shamrock 1/2, Shamrock 3/4, Bonifazius, Prosper, Nordstern, Westerholt, Dahlbusch und die Grubenwehr Moltke. Insgesamt 318 Mannschaften mit 250 Draegergeräten und 10 Audosgeräten. Da sich bei früheren Grubenbränden herausgestellt hatte das ein Grubenbrand durch Einblasen von Kohlensäure und Stickstoff in das Brandfeld abgeschwächt b.z.w. gelöscht werden konnte, wurde dieses beschlossen. Die Zahl der täglich eingesetzten Alkalipatronen der Grubenwehr Consolidation betrug ca. 100 Stück. Insgesamt wurden vom 29 März bis 12. Mai 1938   8000 Alkalipatronen verbraucht.

 

            Grubenwehrmänner auf Consolidation 1938   

            Grubenwehr beim Buttern auf Consolidation  

          Nach der Brandbekämpfung auf Consolidation 

  4000 verbrauchte Alkalipatronen auf Consolidation


 

Grubenbrandbekämpfung auf der Abwehrgrube in Klausberg/Oberschlesien

Am 23 August 1938 brachen in der Grube innerhalb von 3 Stunde 3 Grubenbrände in verschiedenen Flözen und Sohlen aus. Die Bekämpfung dieser 3 Brände war noch nicht beendet, als innerhalb von 3 Wochen 3 weitere Brände gemeldet wurden. Es kamen die Gasschutzgeräte Modell 1924 und Modell 160a zum Einsatz. Insgesamt wurden 1409 Alkalipatronen verbraucht. Täglich wurden 70 Sauerstoffflaschen gefüllt.

                                              Herrichten eines Abdichtungs-Branddammes aus Sandsäcken    Dräger-Hefte

 

Im Jahr 1938 wurden die Grubenwehren im Steinkohlenbergbau in 91 Fällen mit insgesamt 1507 Geräten eingesetzt. Zur Bergung von Menschen wurden 190 Geräte bei 8 Bergwerken und zur Erhaltung von Sacheigentum 1476 Geräte bei 101 Bergwerken eingesetzt.


Hansa  4. July 1940
52 tote Bergleute durch eine Schlagwetterexplosion die durch Schiessarbeiten verursacht wurde.

Rubengrube 10. Mai 1941  Schlesien
186 tote Bergmänner erstickten in Matten Wettern durch plötzliches Freisetzen von Kohlensäure infolge von Schiessarbeiten.


Rubengrube 5 Oktober 1941
186 tote Bergleute durch eine Schlagwetterexplosion

Braunkohlegrube Fohnsdorf 06. August 1943
104 getötete Bergleute durch entzünden schlagender Wetter. Unfallursache waren Schiessarbeiten

Sachsen 3. April 1944
Schlagwetterexplosion durch einen Grubenbrand ausgelöst. 169 tote Bergleute darunter 114 russische Kriegsgefangene

Hansa  16. März 1944
Schlagwetterexplosion der vermutich durch einen Grubenbrand ausgelöst wurde. 94 tote Bergleute

Monopol  11. September 1944
Schlagwetterexplosion bei der 107 Bergleute ihr Leben liessen

Grimberg 3/4  20. Februar 1946
Am 20. Februar 1946 kamen 405 Bergarbeiter bei einer Explosion in 930 Meter Tiefe ums Leben, aufgrund der Druckwelle kam es sogar über Tage zu Opfern. Nur 64 Bergleute überlebten. Es ist nicht klar, ob es sich ursächlich um eine Schlagwetter- oder Kohlenstaubexplosion handelte.

Victor-Ickern
Am 11 September 1947 ereignete sich im Streb Wilhelm der Schachtanlage Victor 3/4  eine Kohlenstaubexplosion. Sie war durch einen Kantenschuss im Streb ausgelöst worden. Es kamen 6 Bergleute durch Verbrennung bzw. Erstickung ums Leben. 7 Bergleute überlebten verletzt

Dahlbusch  20. Mai 1950
Am 20. Mai 1950 ereignete sich eine schwere Schlagwetterexplosion im Westfeld (Schacht 6,   7. Sohle) mit 78 Toten. Sechs Überlebende kamen mit schweren Verbrennungen, teilweise dritten Grades ins Krankenhaus

Dahlbusch  3. August 1955
Am 3. August 1955 ereignete sich im Feldesteil „Hibernia“ eine weitere Schlagwetterexplosion, durch die ein Grubenbrand  entstand. 42 Bergleute fielen diesem Unglück zum Opfer.

Grossbrand auf der Schachtanlage Victor-Ickern July 1961
Ein Grossbrand auf der Schachtanlage Victor 3/4 gefärdete den Bestand der gesamten Zeche. Vom 30 July bis 31 Dezember 1961 wurden unter Benutzung der Geräte BG 160A,  BG 170/400,  und BG 172 sowie CO-Filter-Arbeitsgeräten insgesamt 2080 Schichten verfahren und dabei über 3000 Alkalipatronen verbraucht. Hierbei wurden über 50 Branddämme einschliesslich Vordämme gesetzt. Die Massnahmen zur Einengung des Brandfeldes und bestimmter Raubarbeiten liefen auch 1962 weiter. Vom Feuerschadenverband wurden Kosten der Brandbekämpfung in Höhe von mehr als 5 Mio. DM erstattet. Die von der Zeche direkt zu tragenden Kosten und der Förderausfall kamen hinzu. Dieser Brand war einer der grössten zu entschädigten Brände einer Ruhrzeche.


Luisenthal    7. Februar 1962
Am 7. Februar 1962 um 7:50 Uhr ereignete sich im Bergwerk Luisenthal eines der schwersten Grubenunglücke in der Geschichte Deutschlands. Durch mehrfache Kohlenstaubexplosion im Alsbachfeld kamen 299 Bergleute zu Tode. Die Explosion konnte sich trotz zahlreicher aufgestellter Gesteinsstaubsperren und Feuchtzonen so verheerend auswirken.

 

Karl Marx  22. Februar 1966  Sachsen
123 verunglückte durch einen Grubenbrand

 

Das Bergwerk Benxihu in China förderte seit 1905 Steinkohle. Während der japanischen Besetzung der Manschurei verschlechterten sich allgemein die Arbeitsbedingungen. Am 26. April 1942 ereignete sich eine Explosion mit anschliessenden Brand. Offiziell kamen 1549 Bergleute ums Leben, inoffiziell sprach man von mehr als 3000 Tote. Die Opfer wurden in ein Massengrab beigesetzt.
Nach der Befreiung Chinas 1945 durch die Sowjetunion fand man heraus, dass nur ein Teil der Bergarbeiter durch die Kohlenstaubexplosion starben. Die meisten Bergleute starben durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung. Um das Feuer einzudämmen schaltete die japanische Besatzungsmacht die Grubenlüfter ab und versiegelte die Schächte ohne zuvor die Grube zu evakuieren.



Am 8. August 1956 kam es in der Zeche Le Bois du Cazier im belgischen Marcinelle bei Charleroi zu einem furchtbaren Grubenunglück. In 975 m Tiefe verhakte sich beim Aufschieben der Kohleloren auf den Förderkorb ein Wagen. Der Förderkorb fuhr los, ohne dass der Wagen richtig aufgeschoben war und der überhängende Wagen riss einen Pfeiler des Schachtausbaus heraus. Dieser wiederum trennte Telefonkabel, zwei Starkstromkabel, eine Ölleitung sowie mehrere Druckluftschläuche und setzte damit eine verheerende Kettenreaktion in Gang. Die kaputten Starkstromkabel entzündeten ca. 800 l austretendes Öl und die Holzelemente des Förderschachts. Durch den Zug der Frischluftzufuhr und die austretende Druckluft wurde das Feuer mit dem Wetterstrom angetrieben und breitete sich innerhalb kürzester Zeit in der ganzen Grube aus. 262 Bergmänner aus 12 verschiedenen Nationen kamen ums Leben.

 

                                                                              Schwere und bedeutende Grubenunglücke 

Hartley Colliery                  1862    England                   204   Tote
Oaks Colliery                      1866    England                   388   Tote
Hlubinschacht                   1867    Tchechien                  65   Tote
Ferndale Colliery               1867    Wales                         178   Tote
Neu-Iserlohn                      1868    Bochum                     82   Tote
Ferndale Colliery               1869    Wales                          53    Tote
Neuhoffnungs und
Segen Gottesschacht       1869   Freital                        276   Tote
Blantyre                               1877    Schottland                215   Tote
Ernst Julius Schacht         1879    Zwickau                      89   Tote
Laurel                                    1884    USA                               112  Tote
Grube Camphausen         1885    Quierschied              180   Tote
Karvin                                    1895    Schlesien                   250  Tote
Bergwerk Nr. 1                     1887    Kanada                      150   Tote
Grube Mommouth No.1    1891    USA                             109   Tote     
Collieries No.1                       1891    Kanada                       125   Tote   
Grube No.11                           1892   USA                             100   Tote
Schacht Aulniats                 1892    Belgien                      160   Tote
Grube Maria Schacht         1892    Birkenberg               319   Tote
Kaiserstuhl                            1893    Dortmund                   62  Tote
Ostrau-Karwinerrevier       1894                                        235   Tote
Grube Frankenholz            1897    Bexbach                      57   Tote
Carolinenglück                    1898    Bochum                       16   Tote
Recklinghausen                  1900    Recklinghausen        20   Tote

Consolidation                       1901     Gelsenkirchen            18   Tote

Königin Luise                       1903    Oberschlesien             23   Tote

Borussia                                1905     Dortmund                   39   Tote

Courrieres                             1906     Frankreich               1099   Tote

Reden                                    1907    Neunkirchen              160   Tote
Schoenecken                       1907    Lothringen                  84   Tote
Forbach                                 1907    Lothringen                    13   Tote

Wharncliffe                           1907    Englan

Merlenbach                          1907    Lothringen
Lothringen III                       1907    Lothringen

Hamstead                             1908    England

Rykow                                    1908    Russland

Maypole                                 1908    England

Sidney-Mines                       1908     Canada
Königshütte                          1908    Oberschlesien             14   Tote
Radbod                                  1908    Hamm                        360   Tote
Deutscher Kaiser                 1909    Hamborn                       9   Tote
Aller Nordstern                     1910    Deutschland
Bullerbachschacht              1910    Barsinghausen           23   Tote
Kasimirgrube                        1911     Oberschlesien            40   Tote
Deutscher Kaiser                 1911      Hamborn                      16   Tote
Roßleben I                             1912     Deutschland
Lothringen I/II                       1912      Bochum                      115   Tote
Radzionkau                            1912     Deutschland
Min. Achenbach                    1912     Lünen                           49   Tote
Clarence-Mine                       1912      Frankreich
Königsburg                            1913     Deutschland
Senghenyddgrube              1913     England                      439   Tote
Min. Achenbach                   1914    Lünen                              25   Tote
Deutscher Kaiser                  1915    Hamborn                       20   Tote
Holland                                    1915    Wattenscheid               14   Tote

New River&Pocahontas       1915   USA                                160   Tote
Gottes Segen                          1917    Oberschlesien               12   Tote
Carl Friedrich Erbstollen      1917   Bochum                         42   Tote
Godulla Paulusgrube           1917    Deutschland
Min. Achenbach                     1917    Lünen                               17   Tote
Recklinghausen                     1917    Recklinghausen            18   Tote
Pluto                                          1917    Wanne-Eikel                   17   Tote
Präsident                                  1917    Bochum                          24   Tote
Anna                                          1917    Alsdorf                             59   Tote
Deutscher Kaiser                    1918    Hamborn                        22   Tote
Neuschacht                             1919    Schlesien                        90   Tote
Metz                                           1919    Lothringen                     70   Tote
Concordia                                 1919    Oberhausen                   24   Tote
Peißenberg                               1919    Bayern                             14   Tote
Cleophasgrube                        1919    Deutschland
Archibald Grube Cäsar          1921    Deutschland
Castellengogrube                   1921    Oberschlesien               38   Tote
Friedensschacht                      1921    Sachsen                          55   Tote
Helene und Amalie                 1922    Essen                               24   Tote
Donnersmarckhütte               1923    Oberschlesien              48   Tote
Cons. Heinitzgrube                 1923    Oberschlesien             145    Tote
Victoria                                       1923    Lünen                             40    Tote
Minister Stein                           1925    Dortmund                    136    Tote
Rebeaux                                    1925    Lothringen                     80    Tote
Dorstfeld                                   1925    Dortmund                       47    Tote
Anna II Alsdorf                         1930    Alsdorf                            291    Tote
Maybach                                    1930    Saarland                         98    Tote
Wenceslausgrube                    1930    Schlesien                       151    Tote
Eschweiler Reserve                  1931    Rheinland                       32    Tote
Constantin der Große              1932   Bochum                           21    Tote
Buggingen                                 1934   Deutschland
Fief de Lambrechies                1934   Belgien
Bruchstrasse                              1936   Bochum                          25   Tote
Präsident                                    1936   Bochum                          28   Tote
Zollverein                                    1941    Essen                                29   Tote
Frankenhorst                             1941    Saarland                          42   Tote
Bruchstrasse                              1941    Bochum                           36   Tote
Rubengrube                               1941    Schlesien                       187   Tote
Luisenthal                                   1941    Völklingen                        31   Tote
Rubengrube                               1941    Schlesien                       186   Tote
Bergw. Benxihu                         1942    China                           1549   Tote  
Fritz-Heinrich                             1942    Essen                               45   Tote
Kaiserstuhl                                  1943    Dortmund                      28   Tote
Dahlbusch                                   1943    Gelsenkirchen               38   Tote
Hansa                                           1944    Dortmund                       95   Tote
Sachsen                                       1944    Hamm                             171   Tote
Monopol                                      1944    Kamen                            107   Tote
Grimberg                                     1946    Kamen                           409   Tote
Dahlbusch                                   1950   Gelsenkirchen                 78   Tote
Dahlbusch                                   1955    Gelsenkirchen                 42   Tote
Karl Marx                                     1960    Zwickau                            123   Tote
Luisenthal                                    1962    Völklingen                      299   Tote
Sachsen                                        1962    Hamm                                31   Tote
Mitsui Miiki                                   1963     Japan                             458   Tote
Rossenray                                     1966    Kamp-Lintfort                  16   Tote
Min. Achenbach                          1968    Lünen                                 17   Tote 
Stolzenbach                                 1988    Borken                                51   Tote
Zonguldak                                     1992    Türkei                               263   Tote
Barentsburg                                  1997    Norwegen                        23   Tote
Sirjanowskaja                                1997    Russland                           67   Tote
Skotschinski                                  1998    Ukraine                              70   Tote
Barakowa                                      2000    Ukraine                              81   Tote

Region Fuxin                                2005     China                              203   Tote
Halemba                                        2006    Polen                                 23   Tote

San Juan de Sabinas                   2006    Mexiko                              65   Tote
Uljanowskaja                                 2007    Russland                         110   Tote
Jubilejanja                                      2007    Russland                         38   Tote
Sasjadka                                          2007    Ukraine                          100   Tote
Devecikonagi                                 2009    Türkei                               19   Tote

Bergwerk Xingming                     2009    China                            104   Tote
Karadon                                           2010    Türkei                               28   Tote
Massey Energy                               2010     USA                                  29   Tote  
Raspadskaja                                    2010    Russland                         75   Tote 

                                                           2010    Neuseeland                     29   Tote

Sorange                                            2011     Pakistan                            52  Tote
Soma                                                 2014    Türkei                               301  Tote

Bergwerk Sassjadko                      2015    Ukraine                             33  Tote

 

China
Mehrere tausend Kumpel kommen jedes Jahr in Chinas Bergbau ums Leben. Die genaue Zahl kennt keiner, weil viele Unglücke vertuscht werden oder nicht in Statistiken auftauchen. Man schätzt das pro Tag 17 Bergleute verunglücken. Alleine zwischen 1992 und 2002 verunglückten offiziell in China 59543 Bergleute.

 

2002 verunglückten offiziell mehr als 7000 Bergleute in China

2002 bis 2005 wurden mehr als 120000 Illigale Gruben geschlossen

2008 verunglückten offiziell 3215 Bergleute

2009 verunglückten offiziell mehr als 2600 Bergleute

2013  verunglückten offiziell 1067 Bergleute

2014  verunglückten offiziell 931 Bergleute

 


                                      Unfälle von Trägern unter Gasschutzgeräten 1913 bis 1931

 

Jahr      Tödliche Unfälle        Nicht tödliche Unfälle

 

1913          2                                   1
1914          1                                    1
1915          3                                   1
1916          2                                   5
1917          6                                   5
1918          2                                  13
1919          3                                   6
1920         2                                   2
1921          0                                   2
1922          7                                 17
1923          6                                 10
1924          3                                  11
1925          2                                 10
1926          1                                   2
1927          0                                  2
1928          3                                  3
1929          0                                  6
1930          0                                 13
1931            1                                   1
        

 



                                       Unfälle von Grubenwehrmitgliedern in Atemschutzgeräten

 

Im Oberbergamtsbezirk Dortmund kamen im Jahr 1919 -  3 Grubenwehrmänner im Gerät zu Tode.

 

Am  22. August 1922 verunglückten bei einem Grubenbrand auf der Schachtanlage Vereinigte Welheim                    6 Rettungsleute , darunter der langjährige Mitarbeiter der Hauptstelle Essen, Heinrich Middendorf

 

1928 verunglückten bei Rettungsarbeiten, drei Geräteträger auf der Schachtanlage Diergardt tödlich, weil sie beim Rückmarsch durch schwer zu überwindende Hindernisse über die Gebrauchsdauer der Geräte hinaus den Giftgasen ausgesetzt waren.

 

1931 verunglückten zwei Wehrmänner auf Mont Cenis  durch Überanstrengung in feucht-heissen Brandwettern tödlich

 



Herr R. Goldbeck hat im Jahre 1962 eine bergmännische Studienarbeit erstellt. Sie umfaßt eine Zusammenstellung der Unfälle von Grubenwehrmitgliedern in Atemschutzgeräten in den Jahren 1935 bis 1982. Hierbei handelt es sich um die

Gerätetypen                                                         Zulassung

Auer MR  II/32                                                         1932     
Auer   54/400                                                          1954
Auer   56/400                                                          1956
Dräger BG 160 A                                                    1934
Dräger BG 170/400                                               1949 / 1953
Dräger BG 172                                                        1956
Dräger BG 174                                                        1966
Frischluft - Druckschlauchgerät
Druckluft - Schlauchgerät
CO - Filterarbeitsgerät

Bei Einsätzen der Grubenwehren in unatembaren Wettern und unter erschwerten klimatischen Verhältnissen können Gefahren auftreten.

CO Vergiftung,  CO² Vergiftung,  Sauerstoffmangel,  Kreislaufstörungen,  Wärmestauung.

Menschliches Fehlverhalten, Selbstüberschätzung, fehlende Kondition, nervliche Belastung, aber auch undichte Atemanschlüsse und Fehler an Gerät und Zubehör können zu Unfällen führen.
Im Zeitraum von 1935 bis 1982 ereigneten sich insgesamt 83 Unfälle. Dabei kamen 21 Grubenwehrmitglieder ums Leben.

In 57 Fällen kam es zu einer CO Vergiftung
37 Unfälle mit fehlerhafter Mundstückatmung oder undichter Maskensitz, davon 3 Unfälle tödlich.
7 Unfälle von Fehlern am Gerät und Zubehör, davon 1 Unfall tödlich.
4 Unfälle von falscher Handhabung von Gerät und Zubehör, davon 1 tödlich.
1 Unfall von Überanstrengung, davon 1 tödlich
4 Unfälle von Unachtsamkeit
4 Unfälle von Überschreiten eines Auftrages, davon 2 tödlich.

Unfallfolge CO² Vergiftung
In einem Fall kam es zu einer CO² Vergiftung. Ursache war der Einsatz eines CO² Filterarbeitsgerätes in sauerstoffarmen Wetter.

Unfallfolge Sauerstoffmangel
1 Unfall, Fehler am Gerät
3 Unfälle von falscher Handhabung von Gerät und Zubehör, davon 2 tödlich
1 Unfall von Unachtsamkeit
3 Unfälle von Überschreitung eines Auftrages, davon 3 tödlich
1 Unfall durch Mißachtung der klimatischen Verhältnisse, davon 1 tödlich

Unfallfolge Kreislaufversagen
4 Unfälle durch Überanstrengung, davon 1 tödlich
1 Unfall durch Überschreitung eines Auftrages, davon 1 tödlich
1 Unfall durch Mißachtung der klimatischen Verhältnisse

Unfallfolge Wärmestauung
1 Unfall durch Überschreiten eines Auftrage, davon 1 tödlich
9 Unfälle durch Mißachtung der klimatischen Verhältnisse, davon 4 tödlich

Unfälle beteiligter Grubenwehrmitglieder
10 Oberführer,  18 Truppführer,  55 Wehrmänner

Unfälle beteiligter Grubenwehrmitglieder mit tödlichen Ausgang
6 Oberführer,  5 Truppführer,  10 Wehrmänner

Von den 83 Unfällen die sich im Zeitraum von 1935 bis 1982 ereigneten, lag bei 37 Unfällen ( 3 tödlich ) die Ursache an der fehlerhaften Mundstückatmung bzw. an undichten Masken.


Grubenunglücke in Nordamerika bis Juli 1928
Statistische Ermittlungen aus Nordamerika stellten fest, daß seit dem 1. Januar 1909,  33 Grubenwehrmänner in Gasschutzgeräten tödlich verunglückten. In demselben Zeitraum wurden fast 400 Bergleute durch Geräteträger gerettet. Es waren vom 1. Januar 1909 bis 1. Juli 1928 zu bekämpfen: 184 größere Schlagwetterkatastrophen und 10 große Brände in Steinkohlenbergwerken.

1913 verunglückten 2785 Bergleute

1914 verunglückten 2454 Bergleute

1915 verunglückten 2200 Bergleute

 


                                                                    Ursachen von Grubenbränden
Brände unter Tage können verschiedene Ursachen haben die man im Wesentlichen wie folgt unterscheiden kann. Selbstentzündung ( Autoxydation ), Unvorsichtigkeit, Nachlässigkeit und unsachgemässes Arbeiten im Gruben und Maschinenbetrieb, Folgeerscheinungen und Auswirkungen von Explosionen, von Funkenbildungen und Kurzschlüssen sowie bei bergmännischen Sprengarbeiten. Man unterscheidet offene und verdeckte Brände. Die Selbstentzündung der Kohle beruht darauf, dass die Kohle den Sauerstoff der Luft aufsaugt und dieser sich unter Wärmeentwicklung mit dem Kohlenstoff zu Kohlendioxyd verbindet. Wenn die Kohle Pyrit ( Schwefelkies ) oder Markasit enthält, wird dieser Vorgang durch dessen Zersetzung begünstigt. Das hat seine Ursache in der Wärmeentwicklung, die entsteht, wenn sich Eisensulfide unter Sauerstoffaufnahme an ihrer Oberfläche zersetzen. Im Ruhrgebiet sind binnen 30 Jahre ( 1926 bis 1956 ) 438 Flözbrände gezählt worden, wovon 357 durch Selbstentzündung der Kohle entstanden sind. Unsauberer Abbau, das heisst das Zurücklassen von Klarkohle im Alten Mann führt oft zu Bränden. Weitere Ursachen beruhen häufig auf Unvorsichtigkeit und Nachlässigkeit im Maschinenbetrieb unter Tage. So zum Beispiel durch Reibung maschinell bewegter Teile, durch Schüttelrutschen, Bandförderung und Bremseinrichtungen. Besonders muss auf eine sorgfältige Wartung der Kabel geachtet werden. Die Kurzschlussgefahr ist die gefährlichste Ursache, rasch um sich greifender Kabelbrände die vielfach zu bedeutenden Grubenbränden geführt haben. ( Grubenunglück von " De Bois du Cazier " bei Marcinelle in Belgien mit 262 Toten ) Oft verursachen Schlagwetterexplosionen Grubenbrände. Hier ist der explodierende Kohlenstaub als Flammenträger anzusehen. Er trägt die Explosionsflamme bis in die entlegensten Grubenwinkel und entfacht dort Brände.


Bekämpfung von Grubenbränden  Stand 1957
Grosse Brände in der Grube kann man wirksam nur durch luftdichte Absperrung der Feuerstelle bekämpfen. Dies geschieht durch schnellste Errichtung von Feuerdämmen. Zuerst sperrt man den Streckenquerschnitt mit Sandsäcken und kann dann davor richtige Ziegelmauern setzen. Manchmal muss sogar die ganze Grube gesperrt werden, das heisst, alle Tagesöffnungen müssen luftdicht verschlossen werden. Genügt auch dies nicht, dann muss zur letzten Massnahme ergriffen werden und das ist das sogenannte  "Ersaufen lassen " der Grube.


Abdämmung  Stand 1957
Diese Massnahme wird nur dann wirksam sein, wenn alle zur Brandstelle führenden Strecken abgesperrt werden. Je schneller diese Absperrung erfolgt, desto früher wird der Erfolg da sein. Man wird also zuerst Sandsackdämme aufstellen und dann mit der Mauerung beginnen. Die Sandsäcke dürfen nicht prall gefüllt sein damit keine Zwischenräume entstehen und der Damm halbwegs luftdicht wird. Selbstverständlich genügt nicht eine Reihe von Säcken. Diese Hilfsdämme müssen 2m bis 3m dick sein. Zwecks besserer Abdichtung empfiehlt es sich Gesteinsstaub oder feinen Sand zwischen die einzelnen Sacklagen aufzulegen. Während der Errichtung der Hilfsdämme muss die Brandstelle genügend durchlüftet werden damit keine Explosionen entstehen. Man lässt im Damm in der Einziehstrecke und in der Wetterausziehstrecke bis zum Abschluss der Arbeiten je eine Öffnung frei und schliesst dann unter Beobachtung besonderer Vorsichtsmassregeln beide Öffnungen gleichzeitig. Statt Sandsäcke kann man auch Lehmknüppel nehmen. In jüngster Zeit werden Versuche mit Glaswolle gemacht. Der provisorischen Abdämmung muss die endgültige " Dichte " folgen. Für den endgültigen Abschluss eignet sich am besten Ziegelmauerwerk. Es muss darauf geachtet werden das genügend tiefe Schlitze in die Sohle, Stösse und Firste gemacht werden um den Damm an das Gebirge anzuschliessen. Derartige Mauerdämme erhalten eine Dicke von 0,5 m bis 2,0 m und darüber wenn es die Druckverhältnisse verlangen. Bei druckhaftem Gebirge ist es vorteilhafter, Holzmauern mit Lehm als Dämme zu stellen.

Schlagwetterexplosion
Schlagwetter oder Schlagende Wetter nennt der Bergmann ein Gemisch von Grubengas ( Methan, Sumpfgas ) mit atmosphärischer Luft. Wird ein derartiges Gemisch von 5% bis 14% Methan auf irgendeine Weise entzündet, dann explodiert es unter Entwicklung ungeheurer Wärme, Bildung einer Stichflamme und verheerender Kräfte. Methan ist ein Kohlenwasserstoff und ist ein farb -geruchs - und geschmackloses Gas das leichter als Luft ist und deshalb in der Grube unter der Firste auftritt.
Eine Schlagwetterexplosion verläuft folgender massen
Durch die Explosion wird plötzlich eine Drucksteigerung hervorgerufen die durch das Grubengebäude fegt. Durch Kondensieren des gebildeten H²O entsteht ein starker Unterdruck, der durch einen Rückschlag wieder ausgeglichen wird. Daher die Bezeichnung " Schlagwetter " Die Nachschwaden der Explosion werden dann mit dem Wetterstrom aufs Neue durch die Baue geführt. Sie enthalten das gefährliche Kohlenoxyd ( Kohlenmonoxyd ) Schlagwetter können in der Grube gezündet werden durch offenes Geleucht, durch schadhafte Wetterlampen und durch unsachgemässen Umgang mit ihnen, durch Hantieren mit offenem Feuer, durch einen Grubenbrand, durch Funkenbildung bei Elektroeinrichtungen, durch Schiessarbeiten und durch Reibungsvorgänge. In Steinkohlengruben werden zur Einschränkung von Schlagwetter- und Kohlenstaubexplosionen am wirksamsten die Gesteinsstaubsperren verwendet. Es sind unter den Firsten lose angebrachte Bretterbühnen auf denen feingemahlener Gesteinsstaub von vorgeschriebener Beschaffenheit lagert. ( Er muss durch ein Sieb von 144 Maschen auf den Quadratzentimeter durchfallen und darf nicht Silikose schädlich sein, daher Kalk bzw. Marmorstaub ) Eine Explosion reisst die Bühne herunter, der Staub wird aufgewirbelt und verhindert ein Durchschlagen der Explosionsflamme.

Kohlenstaubexplosion
Trockener, gashaltiger Kohlenstaub ist, wenn er in der Luft aufgewirbelt wird höchst explosionsgefährlich. Kohlenstaubexplosionen können für sich allein oder zusammen mit Schlagwettern auftreten. In ihrer Wirkung sind sie noch heftiger als Schlagwetterexplosionen weil sie im Kohlenstaub der auf der Zimmerung und an den Streckenstössen lagert, immer neue Nahrung finden und so die Explosion unter Umständen durch die ganze Grube treiben. Hier sind als wirksame Massnahme die Gesteinsstaubsperren, die Berieselung, Bestäubung mit Gesteinsstaub und das Salzstreuen oder Laugensprühverfahren zu nennen.