Wissenswertes

 

Die acht Spitzen des Johanniterkreuzes beziehen sich auf die acht Seligpreisungen Jesu aus der Bergpredigt (Matthäus 5,3-10)

Selig sind, die da geistlich arm sind;                                                               Selig sind, die da Leid tragen;
denn das Himmelreich ist ihr.                                                                          denn sie sollen getröstet werden

Selig sind die Sanftmütigen;                                                                            Selig sind, die da hungert und dürstet
denn sie werden das Erdreich besitzen.                                                       nach der Gerechtigkeit
                                                                                                                                 denn sie sollen satt werden


Selig sind die Barmherzigen;                                                                           Selig sind, die reines Herzens sind
denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.                                                denn sie werden Gott schauen

Selig sind die Friedfertigen;                                                                             Selig sind, die um Gerechtigkeit willen
denn sie werden Gottes Kinder heißen.                                                       verfolget werden, denn das Himmelreich ist ihr

 

 

Die vier Arme des Malteser-Kreuzes stehen für christliche Tugenden

1. Vernunft, Klugheit, Vorsicht

2. Mäßigkeit, Enthaltsamkeit

3. Gerechtigkeit

4. Tapferkeit, Seelenstärke

 

 

Die acht Spitzen des Malteser-Kreuzes stehen für die Ordenstugenden

 

1. Spirituelle Ausgeglichenheit

2. Leben ohne Bosheit und Haß

3. Geduld und Ausdauer in Zeiten von Pein und Qual

4. Liebe zur Gerechtigkeit

5. Barmherzigkeit

6. Aufrichtigkeit

7. Reinheit des Herzens

8. Ertragen von Verfolgung

 

 

Die Konstruktion von frei tragbaren Systemen wurde erst durch die Stahlzylinderfabrikation möglich, die sich in Deutschland ab 1887 durch die Firmen Mannesmann und Krupp international bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte. Durch die Stahlzylinder war die Möglichkeit geschaffen, grosse Mengen an hochverdichtetem Sauerstoff zu speichern.


Gewinnung von Sauerstoff nach dem Linde-Verfahren

Um die Jahrhundertwende wurde durch dieses Verfahren Sauerstoff aus der atmosphärischen Luft gewonnen. Die Luft besteht in der Hauptsache aus Sauerstoff und Stickstoff. Das Linde-Verfahren nützt die Tatsache aus, dass diese beiden Gase bei verschiedenen Temperaturen flüssig werden. Während Sauerstoff bei  minus 182°C flüssig wird, beträgt diese Temperatur bei Stickstoff minus 196°C. Die Luft, also ein Gemisch von Sauerstoff und Stickstoff verflüssigt sich bei minus 191°C. Dementsprechend verdampfen auch die beiden Gase bei steigender Temperatur getrennt. Zuerst verdampft der Stickstoff und verflüssigt sich, dann erst verdampft der Sauerstoff und kann gewonnen werden.


Bereits Anfang 1870 hatte die Westfälische-Berggewerkschaftskasse in Bochum, die den Tauchgeräten nachgebildeten Gastauchgeräte von Rouquayrol-Denayrouze, die ersten Druckschlauchgeräte angeschafft, die in vielen Fällen von den Zechen des Ruhrbergbaus bei Abdämmungsarbeiten von Grubenbränden benutzt worden sind. Diese Geräte waren die Einzigen, die bis Mitte  1890 im Bergbau in Anwendung gestanden haben. Nach diesem Zeitpunkt erschienen die Druckschlauchgeräte.


Österreich war der Vorreiter von Ideen und Konstruktionen in der Gerätetechnik. Fillunger, Mayer, Walcher-Uysdal, Ryba, Okorn, Pokorny, Löcker waren International anerkannte Konstrukteure und Ideengeber.
Schon 1897 wurde in Österreich eine Verordnung herausgegeben, die Bestimmungen über die Errichtung von Grubenwehren traf. Am 25. April 1906 wurde es zur Pflicht Atemschutzgeräte bereitzuhalten. Es wurden die Zulassungen der Geräte, ihre Anzahl und Auswahl, Ausbildungen der Grubenwehrmannschaften, ihre Alarmierung, die Ausrüstung der Rettungsstationen usw. festgelegt.

 

Der erste Draeger-Apparat erschien 1903 und wurde dem Bergbau zu Versuchszwecken bereitgestellt. Die Verbreitung im Rettungswesen setzte sich gleichzeitig in Oberschlesien und  im Saarland ein und griff anschließend auf das Ruhrgebiet über. Unter den Gruben die zuerst mit Draeger-Apparaten Modell 1903 versorgt wurden, befanden sich die Grube Königin-Luise, Dobensko-Grube, Ludwigsglück, Hohenzollern-Grube, Annaberg-Grube, Deutschland-Grube, Glückhilf-Grube, Camphausen, Reden u.s.w. Aus der ersten Versuchsanwendung auf der Königlichen Grube Camphausen im Saarland entwickelten sich die Untersuchungen über die Erfordernisse für den Bau eines freitragbaren Rettungsapparates. Hierbei entstanden die Konstruktionsgrundlagen der Draeger-Modelle 1904/11.

 

Die erste Kalipatrone baute Dräger 1903 mit dem Rettungsapparat Modell 1903.

Das russische Grubenrettungswesen ist in seinen Anfängen älter als das englische oder nordamerikanische. Die ersten obligatonischen Vorschriften für den Gebrauch von Gasschutzgeräten stammen aus dem Jahr 1904. Die bergpolizeilichen Verordnungen vom 10. July 1907 bestimmen, dass in jeder Grube eine Rettungstruppe bereit sein muss.


Eingehende Versuche im Jahr 1914 im Sektor V. ( Waldenburg ) mit dem neuen Dräger-Selbstretter haben die Brauchbarkeit des Apparates erwiesen.

Versuche mit Kohlenstaub 1915 um die Gruben gegen Explosionen zu sichern. In Verbindung mit diesen Versuchen wurden Schutzdämme zur Absperrung von Explosionen erprobt. Auch wurde ein neuer Schutzdamm konstruiert der sich in vielen Versuchen als sehr erfolgreich erwies. Auch gab es einen Versuch um die Zweckmässigkeit und die Kosten, Kohlenstaub durch Gesteinsstaub zu beschweren. Der Eingang der Versuchsgrube wurde mit Kalksteinstaub bestreut und alle zwei Wochen untersucht um festzustellen in welchem Umfang der Gesteinsstaub durch Kohlenstaub verunreinigt wurde. Das Resultat zeigte, dass diese Methode besseren Schutz gegen Kohlenstaubexplosionen gewährt und billiger ist als der Gebrauch von Wasser.

 

Der belgische Bergbau errichtete von Mai 1909 bis July 1914   32 Rettungsstationen mit voller Draegerausrüstung.  198 Rettungsapparate, 17 Sauerstoff-Umfüllpumpen, Pulmotore, Fernsprechhelme, elektrische Lampen usw.


Es ist aus rettungsgeschichtlichen Gründen festzuhalten das die erste Arbeitsgemeinschaft zwischen Rettungs -und Wiederbelebungsinteressen in der heutigen Form ( 1917 ) durch den Bergwerksdirektor G.A.Meyer (Herne) geschaffen wurde.


Im Dezember 1919 haben die Draegerwerke sämtliche Schutzrechte der Maschinenfabrik " Westfalia " A.G in Gelsenkirchen, soweit sich diese auf Rettungs - und Wiederbelebungsapparate beziehen, übernommen.


Im Jahr 1924 wurden in England und den USA noch Kanarienvögel zur Feststellung von Grubengasen verwendet. Auch nach dem Castlegate-Grubenunglück (171 Tote )
                            
Telefonmasken
In Jahr 1924 versuchte man in Deutschland das erste mal eine Telefonmaske zu entwickeln. Bergwerke die nur mit Lungenkraftgeräten arbeiteten, waren mit der Nutzbarkeit telefonischer Verbindungen für Rettungsarbeiten ausgeschlossen. Dieses war bisher nur starrwandigen Rauchhelmen und dieses nur in Verbindung mit Injektorgeräten möglich.


Flammenschutzanzug 1925
Flammenschutzanzüge aus dieser Zeit wurden vor und während des Einsatzes immer nass gehalten.
Statt der Verwendung von Flammenschutzanzügen konnte auch im Notfall die Arbeitskleidung, gut durchnässt, benutzt werden, wenn sie nicht mit Oel verunreinigt wurde.

 

 

 

Schlitten

Dieser besteht aus 2 zylindrischen Matten die durch kurze Holzschellen verstärkt und mit Schnürseilen versehen sind. Der Schlitten kann zusammengerollt werden. Das Gerät wurde bei 2 Gelegenheiten benutzt um Verletzte durch ein schmales Flöz zu ziehen. Ebenso nützlich verwendbar ist es beim Herausschaffen von Verletzten durch den Schacht wenn die Schachtförderung versagt. (Vorläufer der Dahlbuschbombe England 1923)

 

Im Jahre 1925 hat man angefangen die alten Draeger-Geräte 1904/09 und 1910/11 gegen das Draeger Modell 1924 in allen deutschen Bergrevieren auszuwechseln


Beleuchtung
Bei Rettungsarbeiten ist eine gute Beleuchtung eine der wichtigsten Punkte. Dafür wurde nur eine elektrische Grubenhandlampe empfohlen. Die gab die grösste Sicherheit, sie brannte in allen Gasen ruhig weiter und erlosch nicht, sie gab ein helleres und gleichbleibendes Licht.

 

Beleuchtung 1928

Beim Vordringen durch längere Rauchzonen sowie Abdämmungsarbeiten reichte das Licht der 8 kg schweren elektrische Grubenlampe nicht aus. 1928 verwendete die Grubenwehr Königin Luise eine magnet-elektrische Grubenlampe mit Pressluftantrieb.


Signalwesen
Ein Rettungstrupp der in die Grube vordringt, muss sich mit dem Arbeitsaussenleiter durch peinlich geordnete feststehende Signale verständigen können. Nur so kann man während der Dauer der Gastauchung Zeitverluste und andere Störungen vermeiden. Dazu dienen lauttönende, zusammendrückbare Gummibälle, die in einer Pfeife oder ein Trompetenstück auslaufen und tragbare elektrische Telefonapparate. Auch Klopf-Zug oder Lichtsignale sind mitunter gut anwendbar. Zweckmässig ist es wenn dem Geben der Signale als Anruf ein trommelartiges Klopfen, Pfeifen, Klingeln vorausgeht. Der Bergmann nennt diese Ankündigung " tigern " Die Signale des Beobachters sind vom Führer der Rettungsmannschaft sofort zu beantworten. Erfolgt keine Rückantwort so hat der Aussenleiter unverzüglich eine Hilfsmannschaft nachzusenden.
Signalordnung bei Verwendung von Schlauchgeräten
Es Bedeutet         Arbeitsleiter                           Arbeitstrupp
1 Schlag                 Hilfe kommt                         Hilfe
2 Schlag                Wie ist das Befinden          Befinden gut
4 u. 1 Schlag         Wie ist die Luft                     Luft gut
4 u. 2 Schlag        Mehr Luft                               Mehr Luft
4 u. 3 Schlag        Weniger Luft                         Weniger Luft
       6 Schlag         Material kommt                   Material hinten
       8 Schlag         Kommt zurück                     Kommen zurück

Signale bei Verwendung von Sauerstoff-Atmungsgeräten
Es Bedeutet     Arbeitsleiter                            Es Bedeutet             Arbeitstrupp           
1 Schlag             Hilfe kommt                             1 Schlag                      Hilfe
2 Schlag            Wie ist das Befinden             2 Schlag                      Befinden gut
3 Schlag            Seid ihr an die Verun-            3u.1 Schlag                 Nein
                            glückten heran                        3u.2 Schlag                Ja
4 Schlag            Ist Reserve erforderlich         3u.1 Schlag                 Nein
                                                                                 3u.2 Schlag                Ja
5 Schlag             Geht die Arbeit gut                3u.1 Schlag                 Nein
                             Vorwärts                                    3u.2 Schlag                Ja
6 Schlag             Material kommt                      6 Schlag                     Bringt Material
7 Schlag             Ablösung kommt                   7 Schlag                     Ablösung hinten
8 Schlag             Kommt zurück                        8 Schlag                     Kommen zurück

Die Entwicklung der Kalipatrone
Die Firma Draeger brachte seine Kalipatrone 1903 mit dem Rettungsapparat Modell 1903 auf den Markt. Freitragbare Atmungsgeräte mit anderen Absorptionseinrichtungen für Kohlensäure als Kalipatrone hatte es vorher nie gegeben. Sie wurde Ausgangspunkt für die schnelle Entwicklung des Sauerstoff-Rettungswesens. Dem Bau des Draeger-Rettungsapparates 1903 lagen drei unantastbare Werte zu Grunde. Die zuzuführende Luftmenge soll 20 Liter betragen, der Kohlensäure Gehalt der Atemluft war bis zu 3% zulässig, die Kohlensäuremenge die innerhalb von 2 Stunden ausgeatmet wurde, sollte 54,4 Liter betragen. Im Jahr 1904 wurden auf der Schachtanlage Camphausen im Saarland, praktische Übungen mit dem Modell 1903 durchgeführt. Diese Versuche waren von grosser Bedeutung für die weitere Entwicklung der Apparate. Heinrich Draeger kamen Zweifel über die erforderliche Luftmenge zum Füllen der Lunge und des zulässigen Kohlensäuregehaltes der übenden Retter. Sofort nahm man in Lübeck neue Versuche mit der Kalipatrone auf und gelangte zu Atemwerten die von den früheren weit abwichen, sodass es verständlich wurde weshalb alle früheren Rettungsapparate nicht leistungsfähig waren. Die neuen Untersuchungen hatten folgende Ergebnisse : Die zuzuführende Luftmenge sollte nicht 20 Liter sondern 50 bis 60 Liter betragen. Der Kohlensäuregehalt der Atemluft sollte nicht bis zu 3% betragen sondern 3 Promille. Die Kohlensäuremenge der Geräteträger bei 2 stündiger Arbeit beträgt nicht 54,4 Liter sondern mindestens 94 Liter. Schon wenige Monate nach den neuen Feststellungen konnte eine leistungsfähigere Kalipatrone eingesetzt werden. Ein Jahr später kam ein verbessertes Modell auf den Markt mit verstärktem Zickzackkurs der Luftführung.
Lag der Kalipatronenverbrauch beim Modell Draeger 1904/09 im Jahr 1905 noch bei 3878 Stück so wurden bis zum  Jahr 1915 beim selben Modell 1904/09 insgesamt  383068  Kalipatronen verbraucht.
Vom 1 Januar 1905 bis 1 Dezember 1915 wurden von der Patrone R1 ( für einstündige Arbeit )  35329 Stück und von der Patrone R2 ( für zweistündige Arbeit ) 90973 Stück verbraucht. Es wurden demnach zusammen  217285 Arbeitsstunden geleistet.

1921 stellte die Firma Draeger eine neue Einheitsalkalipatrone  "Modell 1921" vor. Diese konnte auch als Wiederfüllpatrone bestellt werden.
Ebenfalls brachte Westfalia eine Einheitspatrone auf den Markt.

Kalipatrone  Type 9x18 Modell 1924
Im Jahr 1926 :
Der Wunsch nach möglichst geringem Widerstand des Atmungsgerätes zwang zu neuen Arbeiten an der Kalipatrone, da in ihr der größte Atemwiderstand des Luftkreislaufs im Gerät gefunden wurde und da insbesondere dieser Widerstand mit der Zeit der Beatmung wuchs. Ausgehend von der Bauart ältere Patronentypen deren Chemikalträger aus zickzackförmig gelagerten Drahtgeflechtsieben bestanden, wurden neue Anforderungen der Füllmasse getroffen unter vorwiegender Verwendung von Drahtgaze an Stelle von Blechschalen. Durch Zulassung von bisher als unzulässig erachteten geraden freien Kanälen durch die ganze Füllmasse der Patrone gelang es den Atemwiderstand auf ein Minimum zurück zu bringen, durch aufeinanderpressen vieler feinkörniger Chemikalschichten zu schmalen Säulen konnte die chemische Wirksamkeit erhöht werden und durch besondere Behandlung des Alkalihydroxyds das gefürchtete Laugen der Patronen verhindern. Die Richtlinien des Grubenrettungswesen schrieben vor, daß bei Versuchen der CO2-Gehalt im Mittel 0,3% und nach 2 Stunden 0,5% nicht überschreiten darf und das bei 50 l/min Luftzirkulation der Widerstand äußerst 20 mm Wassersäule betragen soll. Diese Patronen genügten diesen Bedingungen selbst nach 3 stündiger Arbeit.

 

                                                                  Schleifkorbtrage nach Dr. Ing. G.A.Meyer   1927

 

Druckprobe von Rettungsgeräten unter Wasser

Die englische Grubenrettungsgesetzgebung schreibt die Wasserprobe von Rettungsgeräten vor und zwar unmittelbar vor Benutzung des Gerätes im Ernstfall. Dabei wird das Gasschutzgerät in einem mit Wasser gefüllten Behälter getaucht.

Klärstift für Gasschutzbrillen und Maskenfenster
1927 wurde ein Seifenpräparat der Firma Draeger angeboten. Brillen und Maskengläser wurden auf der Innen und Außenseite nach Säuberung mit einem Klärstift eingerieben, dann wurde die aufgetragene Seifenmasse mit einem trockenen Reibleder gut verteilt. Nun mussten beide Glasseiten solange angehaucht werden, bis sie klar waren.


Seit 1928 wird von der Grubenwehr des Steinkohlenbergwerkes Königin Luise eine magnet-elektrische Grubenlampe mit Pressluft verwendet. ( Concordia-Elektrik A.-G in Dortmund )


Nasenklammer Modell 1929

Vorrichtungen zur Abdichtung der Nase gab es in außerordentlich großer Anzahl verschiedenartigster Ausführung. Vom einfachen Pfropfen, Nasenoliven, Drahtbügel bis zu komplizierten Schraubgebilden mit Riemen. Sie alle hatten einen Nachteil. Sie ließen sich durch zufälligen Zug oder Stoß abstreifen. Draeger hatte 1929 einen Weg eingeschlagen dieses zu verhindern. Sie hatten einen Klammerbügel derart beweglich gestaltet, daß er einen Stoß von oben oder unten ausweicht ohne das die Druckpolster sich verschieben konnten. Die Klammerbügel bestanden aus einer gebogenen Zylinderfeder deren ösenartig gebogene Enden zwei Messingringe lose umfassen. Durch die Ringe sind pilzartige Gummiteller geschoben deren zylindrische Schäfte soweit vorstehen, daß sie als Handgriffe beim Ansetzen oder Abnehmen zu benutzen sind.

 

Wiederbelebungsvorschriften um 1812 Im Reglement für Bergleute, erlassen am 20. Oktober 1812 durch den General-Bergwerkdirektor in Düsseldorf sind die Rechte und Pflichten eines Bergmannes präzisiert: Der Bergmann als Mitglied der Knappschaft hat ausser allgemeinen Untertanenpflichten besondere Pflichten auf sich zu nehmen und dagegen verschiedene Wohltaten zu genießen. In seinem Leben muß er sich durch Sittlichkeit, Ordnung und Rechtschaffenheit auszeichnen. Zank und Streit und das Laster der Trunkenheit meiden. Die Schichten oder Arbeitsstunden werden nach den eintretenden Umständen bestimmt. In der Regel aber muss er, wenn in mehreren Schichten gearbeitet wird im ersten Drittel morgens um 4 Uhr, im zweiten Drittel mittags um 12 Uhr und im dritten Drittel abends um 18 Uhr arbeiten. Wenn aber nur in einem Drittel gearbeitet wird in den Monaten Dezember und Januar um 7 Uhr, im Februar und November um 6 Uhr, im März, April, September und Oktober um 5 Uhr, in den übrigen Monaten aber um 4 Uhr morgens anfahren und 8 volle Stunden arbeiten. Wird er nach der Schicht auf die zum Ruhr Debit bestimmten Zechen zum Kohlenschieben angewiesen, so muss er die zum Abschieben bestimmten Haufen auseinanderreissen und die Kohlen nicht in der Niederlage hinstürzen. Vielmehr solche beim Ein- und Ausladen sorgfältig behandeln. Mit dem Lohn der ihm für seine Arbeit zugelegt wird, muss er sich begnügen und weder Geschenke noch Trinkgeld annehmen. Wenn einer seiner Kameraden verunglückt, so ist es seine Pflicht alles mögliche zur Rettung anzuwenden und dafür zu sorgen, dass der Knappschafts-Chirurg, der Knappschaftsälteste, Geschworene und der Bergarzt herbeigeholt werde. Sofort aber muss bis dahin alle zur Rettung dienliche Mittel mit aller Vorsicht und Behutsamkeit versucht und in folgenden Fällen muss Nachstehendes beobachtet werden. Bei Ersticken. Wenn einer oder mehrere durch böse Wetter in der Grube ersticken, müssen ungesäumte einige Eimer reinen Wassers mit aller Gewalt in die mit bösen Wettern angefüllte Grube, worin die Verunglückten sich befinden, hineingegossen werden, indem dadurch die Luft gereinigt und den Verunglückten umso leichter zu Hilfe zu kommen, auch die zu ihrer Rettung nachsteigenden Menschen vor einem gleichen Unglück bewahrt werden.  Die Verunglückten werden an die frische Luft gebracht, Halstuch und Kleider werden losgeknöpft, die Kleider ihnen ausgezogen, man bespritzt sie mit kaltem Wasser und bläst ihnen etwas Schnupftabak in die Nase. Auch ist es sehr nützlich wenn solche tot scheinenden Menschen nackend ausgezogen, in die frische Luft gelegt und mit kaltem Wasser stark begossen werden. Anschliessend bringt man sie in ein kühles Gemach und setzt sie in eine solche Stellung, dass der Kopf und Oberleib aufgerichtet sind und die Füsse niederhängen. Die Füsse setzt man sofort in ein laues Fussbad von Wasser bis an die Knie. Essig oder Brandwein wird ihnen vor die Nase gehalten, auch noch zuweilen ein wenig Schnupftabak in die Nase geblasen. Der Mund wird ihnen geöffnet und Luft eingeblasen, auch in den Mastdarm auf die oben gezeigte Weise Tabakrauch geblasen. Man bespritzt sie noch zu wiederholten Male mit kaltem Wasser. Wenn sie sich erholen, so werden sie in ein Bett mit aufrecht gerichtetem Kopf gelegt und ihnen etwas Wasser, Tee oder Bier langsam eingeflösst. Das von Mund- zu -Mund- Verfahren, Einblasen und Absaugen von Luft in langsamen Atemrhytmus ist in den Wiederbelebungsvorschriften der öffentlichen Rettungsorganisationen zu finden.Der Leiter der oberschlesischen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, Professor Woltersdorf, schuf das Grubenrettungszeichen, Malteserkreuz ( Johanniterkreuz ) mit Schlägel und Eisen im Jahr 1908.  Dieses wurde auch vom Minister für Wirtschaft und Arbeit, für Verdienste um das Grubenrettungswesen als verliehenes Erinnerungszeichen übernommen.



1930  Das Johanniterkreuz ( Malteserkreuz )
Seit langem wurde im deutschen Grubenrettungswesen nach einem sichtbaren Kennzeichen der Führer und Mannschaften gesucht. Nur Russland hatte eine einheitliche Kennzeichnung der Grubenwehrleute durchgeführt. Die Grubenwehrleute in Oberschlesien hatten allgemein das Malteserkreuz mit Schlägel und Eisen als Zeichen ihrer Zugehörigkeit. ( Hauptrettungsstelle Beuthen )
Im Ruhrbergbau sowie in Mittel und Süddeutschland gab es noch keine Kennzeichnung.


Das Grubenrettungswesen unter französischer Bergverwaltung
Unter der französischen Verwaltung sind die Einrichtungen des Grubenrettungswesens zunächst in der Weise weitergeführt worden, wie sie ihr übergeben wurden. Im Jahr 1927 wurden versuchsweise die ersten acht Lungenkraftgeräte der Bauart Dräger 1924 angeschafft. Als sich im Jahr 1930 auf der Grube Maybach eine grosse Schlagwetterexplosion ereignete, standen für den Rettungsdienst aus saarländischen Beständen nur 17 neuzeitliche leistungsfähige Geräte zur Verfügung, sodass die französische Leitung der Rettungshandlung auf alte Injektorgeräte angewiesen waren. Diese Injektorgeräte versagten angesichts der hohen Anforderungen vollständig. Nach mehreren Unfällen im Gerät mussten sie komplett zurückgezogen werden und die Rettungshandlung ausschliesslich unter Verwendung vorhandener Drägergeräte 1924 aus dem Saargebiet zu Ende geführt werden. Unter Druck dieser Erfahrung entschloss sich die französische Verwaltung im Jahr 1931 das Drägergerät 1924 auf den Saargruben einzuführen. Jede Grubenrettungsstelle erhielt 5 Geräte. Die unzureichende Ausstattung der einzelnen Rettungsstellen gab Anlass, die alten Injektorgeräte in den Beständen der Gerätelager zu belassen. Verwunderlich war, dass für den Gerätebestand weder Dichtprüf noch Dosierungsmessinstrumente beschafft wurden. 
1934 wurden im Saarland die veralteten Injektorgeräte gegen die neuen Drägergeräte Bauart 1934  ausgetauscht.



Maskendichtprüfung um 1931
Atemmasken sollten in gewissen Zeitabständen auf Dichtigkeit geprüft werden. Die Atemprobe im Gasraum ist ein vortreffliches Mittel für Dichtprüfungen, sie lässt aber die Ursache einer Undichtigkeit nicht erkennen. Um Undichtigkeiten zu entdecken soll ein neu entwickelter Maskenprüfer benutzt werden. Die einem Prüfkopf aufgesetzte Atemmaske wird von innen unter Ammoniakdampf gesetzt. Über die Maske wird ein weisses Tuch gelegt das mit Phenolphtaleinlösung getränkt ist. An der Stelle die infolge Undichtigkeit Ammoniak hindurch lässt, rötet sich das Tuch. Der Apparatur für Dichtprüfung kann ein Ventilprüfer beigegeben werden. Er ist mit den Verschraubungen ausgerüstet die für eine Dichtprüfung der Atemschläuche nötig sind. Die Dichtigkeit der Atemventile wird geprüft in dem die Ventile mit einem Wassermanometer verbunden werden. Nun wird durch Saugen ein Vakuum erzeugt, an dessen Schwinden das Maß der Undichtigkeit festgestellt werden kann.



Arbeitsmessmaschine
Die bisher verwendeten Arbeitsmessmaschinen des Gasschutzwesens die zum grössten Teil aus einem Gewicht bestehen das mit Hilfe eines Seils über eine Rolle gezogen wird, weisen bei der Leistungserfassung erhebliche Fehler auf. Bei dieser Maschine wird lediglich die Hubarbeit gemessen.
Die Neue elektro-dynamische Arbeitsmaschine von Draeger-Korte ermittelt auch die geringste an einer Handkurbel geleistete Arbeit. Die Maschine besteht aus einem elektrischen Generator der über  ein Getriebe mittels Handkurbel angetrieben wird. Die an der Handkurbel geleistete Arbeit wird in messbare elektrische Energie umgesetzt.

 

 

Wiederbelebungsvorschriften um 1812 Im Reglement für Bergleute, erlassen am 20. Oktober 1812 durch den General-Bergwerkdirektor in Düsseldorf sind die Rechte und Pflichten eines Bergmannes präzisiert: Der Bergmann als Mitglied der Knappschaft hat ausser allgemeinen Untertanenpflichten besondere Pflichten auf sich zu nehmen und dagegen verschiedene Wohltaten zu genießen. In seinem Leben muß er sich durch Sittlichkeit, Ordnung und Rechtschaffenheit auszeichnen. Zank und Streit und das Laster der Trunkenheit meiden. Die Schichten oder Arbeitsstunden werden nach den eintretenden Umständen bestimmt. In der Regel aber muss er, wenn in mehreren Schichten gearbeitet wird im ersten Drittel morgens um 4 Uhr, im zweiten Drittel mittags um 12 Uhr und im dritten Drittel abends um 18 Uhr arbeiten. Wenn aber nur in einem Drittel gearbeitet wird in den Monaten Dezember und Januar um 7 Uhr, im Februar und November um 6 Uhr, im März, April, September und Oktober um 5 Uhr, in den übrigen Monaten aber um 4 Uhr morgens anfahren und 8 volle Stunden arbeiten. Wird er nach der Schicht auf die zum Ruhr Debit bestimmten Zechen zum Kohlenschieben angewiesen, so muss er die zum Abschieben bestimmten Haufen auseinanderreissen und die Kohlen nicht in der Niederlage hinstürzen. Vielmehr solche beim Ein- und Ausladen sorgfältig behandeln. Mit dem Lohn der ihm für seine Arbeit zugelegt wird, muss er sich begnügen und weder Geschenke noch Trinkgeld annehmen. Wenn einer seiner Kameraden verunglückt, so ist es seine Pflicht alles mögliche zur Rettung anzuwenden und dafür zu sorgen, dass der Knappschafts-Chirurg, der Knappschaftsälteste, Geschworene und der Bergarzt herbeigeholt werde. Sofort aber muss bis dahin alle zur Rettung dienliche Mittel mit aller Vorsicht und Behutsamkeit versucht und in folgenden Fällen muss Nachstehendes beobachtet werden. Bei Ersticken. Wenn einer oder mehrere durch böse Wetter in der Grube ersticken, müssen ungesäumte einige Eimer reinen Wassers mit aller Gewalt in die mit bösen Wettern angefüllte Grube, worin die Verunglückten sich befinden, hineingegossen werden, indem dadurch die Luft gereinigt und den Verunglückten umso leichter zu Hilfe zu kommen, auch die zu ihrer Rettung nachsteigenden Menschen vor einem gleichen Unglück bewahrt werden.  Die Verunglückten werden an die frische Luft gebracht, Halstuch und Kleider werden losgeknöpft, die Kleider ihnen ausgezogen, man bespritzt sie mit kaltem Wasser und bläst ihnen etwas Schnupftabak in die Nase. Auch ist es sehr nützlich wenn solche tot scheinenden Menschen nackend ausgezogen, in die frische Luft gelegt und mit kaltem Wasser stark begossen werden. Anschliessend bringt man sie in ein kühles Gemach und setzt sie in eine solche Stellung, dass der Kopf und Oberleib aufgerichtet sind und die Füsse niederhängen. Die Füsse setzt man sofort in ein laues Fussbad von Wasser bis an die Knie. Essig oder Brandwein wird ihnen vor die Nase gehalten, auch noch zuweilen ein wenig Schnupftabak in die Nase geblasen. Der Mund wird ihnen geöffnet und Luft eingeblasen, auch in den Mastdarm auf die oben gezeigte Weise Tabakrauch geblasen. Man bespritzt sie noch zu wiederholten Male mit kaltem Wasser. Wenn sie sich erholen, so werden sie in ein Bett mit aufrecht gerichtetem Kopf gelegt und ihnen etwas Wasser, Tee oder Bier langsam eingeflösst. Das von Mund- zu -Mund- Verfahren, Einblasen und Absaugen von Luft in langsamen Atemrhytmus ist in den Wiederbelebungsvorschriften der öffentlichen Rettungsorganisationen zu finden.Der Leiter der oberschlesischen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, Professor Woltersdorf, schuf das Grubenrettungszeichen, Malteserkreuz ( Johanniterkreuz ) mit Schlägel und Eisen im Jahr 1908.  Dieses wurde auch vom Minister für Wirtschaft und Arbeit, für Verdienste um das Grubenrettungswesen als verliehenes Erinnerungszeichen übernommen.



1930  Das Johanniterkreuz ( Malteserkreuz )
Seit langem wurde im deutschen Grubenrettungswesen nach einem sichtbaren Kennzeichen der Führer und Mannschaften gesucht. Nur Russland hatte eine einheitliche Kennzeichnung der Grubenwehrleute durchgeführt. Die Grubenwehrleute in Oberschlesien hatten allgemein das Malteserkreuz mit Schlägel und Eisen als Zeichen ihrer Zugehörigkeit. ( Hauptrettungsstelle Beuthen )
Im Ruhrbergbau sowie in Mittel und Süddeutschland gab es noch keine Kennzeichnung.


Das Grubenrettungswesen unter französischer Bergverwaltung
Unter der französischen Verwaltung sind die Einrichtungen des Grubenrettungswesens zunächst in der Weise weitergeführt worden, wie sie ihr übergeben wurden. Im Jahr 1927 wurden versuchsweise die ersten acht Lungenkraftgeräte der Bauart Dräger 1924 angeschafft. Als sich im Jahr 1930 auf der Grube Maybach eine grosse Schlagwetterexplosion ereignete, standen für den Rettungsdienst aus saarländischen Beständen nur 17 neuzeitliche leistungsfähige Geräte zur Verfügung, sodass die französische Leitung der Rettungshandlung auf alte Injektorgeräte angewiesen waren. Diese Injektorgeräte versagten angesichts der hohen Anforderungen vollständig. Nach mehreren Unfällen im Gerät mussten sie komplett zurückgezogen werden und die Rettungshandlung ausschliesslich unter Verwendung vorhandener Drägergeräte 1924 aus dem Saargebiet zu Ende geführt werden. Unter Druck dieser Erfahrung entschloss sich die französische Verwaltung im Jahr 1931 das Drägergerät 1924 auf den Saargruben einzuführen. Jede Grubenrettungsstelle erhielt 5 Geräte. Die unzureichende Ausstattung der einzelnen Rettungsstellen gab Anlass, die alten Injektorgeräte in den Beständen der Gerätelager zu belassen. Verwunderlich war, dass für den Gerätebestand weder Dichtprüf noch Dosierungsmessinstrumente beschafft wurden. 
1934 wurden im Saarland die veralteten Injektorgeräte gegen die neuen Drägergeräte Bauart 1934  ausgetauscht.



Maskendichtprüfung um 1931
Atemmasken sollten in gewissen Zeitabständen auf Dichtigkeit geprüft werden. Die Atemprobe im Gasraum ist ein vortreffliches Mittel für Dichtprüfungen, sie lässt aber die Ursache einer Undichtigkeit nicht erkennen. Um Undichtigkeiten zu entdecken soll ein neu entwickelter Maskenprüfer benutzt werden. Die einem Prüfkopf aufgesetzte Atemmaske wird von innen unter Ammoniakdampf gesetzt. Über die Maske wird ein weisses Tuch gelegt das mit Phenolphtaleinlösung getränkt ist. An der Stelle die infolge Undichtigkeit Ammoniak hindurch lässt, rötet sich das Tuch. Der Apparatur für Dichtprüfung kann ein Ventilprüfer beigegeben werden. Er ist mit den Verschraubungen ausgerüstet die für eine Dichtprüfung der Atemschläuche nötig sind. Die Dichtigkeit der Atemventile wird geprüft in dem die Ventile mit einem Wassermanometer verbunden werden. Nun wird durch Saugen ein Vakuum erzeugt, an dessen Schwinden das Maß der Undichtigkeit festgestellt werden kann.



Arbeitsmessmaschine
Die bisher verwendeten Arbeitsmessmaschinen des Gasschutzwesens die zum grössten Teil aus einem Gewicht bestehen das mit Hilfe eines Seils über eine Rolle gezogen wird, weisen bei der Leistungserfassung erhebliche Fehler auf. Bei dieser Maschine wird lediglich die Hubarbeit gemessen.
Die Neue elektro-dynamische Arbeitsmaschine von Draeger-Korte ermittelt auch die geringste an einer Handkurbel geleistete Arbeit. Die Maschine besteht aus einem elektrischen Generator der über  ein Getriebe mittels Handkurbel angetrieben wird. Die an der Handkurbel geleistete Arbeit wird in messbare elektrische Energie umgesetzt.

 

 

Asbestschutzhülle

Bei der Bekämpfung von Grubenbränden mit stark strahlender Wärme sind freitragbare Sauerstoff-Gasschutzgeräte wie Wärmeakkumulatoren. Alle Metallteile nehmen Wärme auf. 1932 wure eine Asbestschutzhülle zugelassen, die über das Gasschutzgerät und über den Kopf des Geräteträgers  gestreift wurde.


 

 

 

Warnsignal im Gasschutzgerät
Es gab 1933 eine Gruppe von Ingenieuren die der Ansicht waren dass jede Sicherheitseinrichtung nur der Unsicherheit des Geräteträgers diene. Im Ernstfall hätte nur " Einfaches Erfolg ". Diese Gruppe lehnte jede Art Einrichtung ab, die dazu dienen sollte den Geräteträger zu warnen wenn er vergisst das Ventil des Sauerstoffzylinders zu öffnen. Eine andere Gruppe von Ingenieuren forderte auf Grund mehrerer tödlicher Unfälle, die nachweislich auf Nichtöffnen des Verschlussventils zurück zu führen waren, ( 5 Unfälle von 1929-1932 ) die Einführung der Warneinrichtung.


Ausbildung der Grubenwehr 1935
Eine gute Ausbildung der Grubenwehr, vor allem in vergasten Räumen war Grundbedingung. Die Gasschutzübungen wurden gewöhnlich in Rauch oder schwach konzentriertem Reizgas ausgeführt. Diese Übungen genügten nicht, aber sie gaben den Grubenwehrmann nie die Sicherheit und Ruhe die im Ernstfall von ihm verlangt wurde. Im Allgemeinen sah man Übungen in ungefährlichen Gasen als Spielerei an.
Waren Geräte und Übungsräume in Ordnung so dass bei einem Störungsfall sofort eingegriffen werden konnte, hatte man keine Bedenken hin und wieder in starken Reizgas üben zu lassen um den Übenden einen Ernstfall möglichst nahe zu bringen und ihn an die Gefahr zu gewöhnen. Sah der Grubenwehrmann das er sich ohne Bedenken in den schwierigsten Einsätzen seinem Gerät anvertrauen kann, so ging dieser ohne jede Erregung an seine Arbeit.


Sauerstoff-Stahlzylinder 1936
Leichtere Stahlzylinder für Bergbau - Geräte
Untersucht man das Gewicht des schwersten frei tragbaren Bergbau - Gasschutzgerätes so errechnet man das das Gerät ohne Atemgarnitur etwa 9,5 kg wiegt, die Alkalipatrone wiegt etwa 2,4 kg und der gefüllte Sauerstoffzylinder etwa 5,5 kg. Das Gesamtgewicht eines Gasschutzgerätes betrug ca. 17,4 kg. Eine Einschränkung des Gewichts konnte nur über einen neuen Zylinder erfolgen. Die nächstliegende Lösung war die Verwendung eines leichten Baustoffes. Es wurden Zylinder aus Lautal ( Aluminium-Kupfer-Legierung von großer Festigkeit ) und aus Bondur  ( Aluminiumlegierung mit 3,5-5,5% Kupfer und geringen Mengen Silicium, Mangan, Magnesium )  hergestellt. Das Gewicht dieser Leichtzylinder lag bei 2,08 kg, die Gewichtsersparnis betrug also rund 2,6 kg. Nach ca. drei Jahren gebrauch fand man an diesem neuen Werkstoff, Risse und Korrosion. Ein weiterer entscheidender Faktor der gegen diesen Zylinder sprach, war der dreimal höhere Preis. Nun erprobte man dünnwandige Stahlzylinder. Während die schweren Stahlzylinder warm gewalzt wurden, handelte es sich jetzt um ein Verfahren bei dem der Zylinder aus einer Blechronde kalt gezogen wurde. Dadurch wurde eine gleichmässige Wandstärke und eine Vergütung des Werkstoffes erreicht. Das Gewicht der neuen Stahlzylinder betrug bei 2 Liter Inhalt ca. 2,7 kg. Die Gewichtsersparnis beim Bergbaugerät betrug rund 2 kg. Der Preis der neuen Zylinder konnte Kostenneutral gehalten werden.


Prüfen von Rettungsgeräten 1936
Prüfung beim Bergbau-Gerät Modell 160
Jeder Rettungsmann führte beim Anlegen eines Sauerstoff-Atemschutzgerätes eine kurze Prüfung durch. Er öffnete das Sauerstoffzylinderventil und er überzeugte sich durch Ablesen des Finimeters vom vorschriftsmässigen Sauerstoffvorrat, das Druckknopfventil für Sauerstoffzusatz, das Arbeiten der Atemventile im Ventilkasten und die Dichtigkeit des Gerätes wurden kurz kontrolliert. Für das Funktionieren der Dosierung und des Lungenautomaten blieb der Gerätewart verantwortlich.


Anbohrvorrichtung 1936
Die Bekämpfung eines Grubenbrandes gehörte zu den schwersten Aufgaben eines Bergwerkes. Erfahrungsgemäss ist mit Wasser die beste Löschwirkung zu erzielen. Man bediente sich verschiedener Einrichtungen zum Anbohren von Wasserleitungen. Die alte Anbohrvorrichtung der Feuerwache Rheinelbe wog insgesamt 130 kg. Der Grund für dieses hohe Gewicht war , dass für jede der gebräuchlichen Rohrabmessungen besondere Schellenbänder, Ventile und Bohrer verwendet und mitgeführt werden musste. Die Feuerwache Rheinelbe entwickelte eine neue Anbohrvorrichtung mit der auf einfache Weise die Wasserleitungen in der Grube angebohrt werden konnte. Sie wog nur 25 kg und hatte eine Druckfestigkeit bis zu 40 at.



Prüfgeräte für Gasschutz 1938
Bisher wurde zum überprüfen der Gasschutzgeräte ( Unter und Überdruckmessung, Dosierung ) eine Wassersäule benutzt die eine genaue Ablesegenauigkeit hatte. Zur Kontrolle der konstanten Dosierung dienten Messgeräte die aus einem Glasrohr bestanden und in dem sich ein kleiner Schwimmer befand der von durchströmenden Sauerstoff angehoben wurde. Zur Durchführung der Messungen wurde das Gasschutzgerät zunächst an den Dosierungsmesser und danach an den Über- und Unterdruckmesser angeschlossen.
1938 wurde ein Messgerät entwickelt mit dem alle Prüfungen durchgeführt werden konnten. Mit einem Gerät konnten konstante Dosierung, Dichtigkeit, Öffnungsdruck des Überdruckventils und Anspringdruck des Lungenautomaten gemessen werden.


Anforderungen eines Grubenwehrmannes 1938
Nach welchen Gesichtspunkten richtet sich die Auswahl der Grubenwehrmänner.
Unter erschwerten Verhältnissen sind im Ernstfall die Hilfeleistungs- und Sicherungsarbeiten durchzuführen. Deshalb sind an die Mitglieder der Grubenwehr besonders hohe Anforderungen zu stellen. Hierzu gehört das jeder Grubenwehrmann gesundheitlich den körperlichen Anstrengungen gewachsen sein muss. Ausschlaggebend sind fachliches Können und charakterliche Eignung. Zur charakterlichen Eignung gehört an erster Stelle die Kameradschaftlichkeit. Mit der Kameradschaftlichkeit steht und fällt die Leistungsfähigkeit der Wehr, die auf Leben und Tod miteinander verbindet. Mut und Tapferkeit gegen alle vorkommenden Gefahren, sei es im Vorgehen gegen gefährliche Gase oder in Überwindung schwieriger bergmännischer Verhältnisse. Neben der Ausbildung im Gerät soll noch die Ausbildung als Nothelfer hinzu kommen und das noch fehlende Können in fachlichen Arbeiten, insbesondere der Mauerarbeiten. Die Merkmale und Eigenschaften aller in der Grube vorkommenden Gase muss der Grubenwehrmann genau so gut kennen wie die einzelnen Teile des Gasschutzgerätes. Die Zentralprüfeinrichtung über Tage fällt beim Dauereinsatz in der Grube aus. Deshalb soll der Grubenwehrmann in der Lage sein, die Einzelteile des Gerätes selbst zusammenzubauen. Im Ernstfall soll er verstehen die beschädigten Teile selbst auszuwechseln oder aus mehreren beschädigten Geräten ein brauchbares Gerät herzustellen. Ihnen ist der Gerätewart  ein unterstützender Kamerad.
Die an den Grubenwehrmann zu stellenden Anforderungen gelten auch für den Truppführer. Der Truppführer sorgt dafür das sein Trupp eine in sich fest geschlossene und sich ergänzende Mannschaft ist. Für genügende und richtige Ausbildung seines Trupps ist er voll verantwortlich. Beim Einsatz sorgt der Führer zu aller erst für die Sicherheit der ihm anvertrauten Grubenwehrmänner um anschliessend die Rettung der in Gefahr befindlichen Bergleute anzugehen.
Der Oberführer: Für ihn gilt der Satz," Der Führer muss mehr sein als scheinen". Er steht dafür ein, das alles Rettungsmaterial in gutem Zustand oder neuesten Stand ist. Er ist dafür verantwortlich das seine Grubenwehr auf hohem Niveau ausgebildet wurde. Für das Wohlergehen aller im anvertrauten Männer ist er ganz besonders bemüht. Nur dadurch wird es möglich sein Höchstleistungen in Einsätzen zu erzielen. Mit ihm steht und fällt das Können der Grubenwehr.

 

In Grossdeutschland standen im Jahr 1938   40000 Grubenwehrmänner  dem Bergbau zur Verfügung

Gasschutzprüfgeräte 1939
Prüfgeräte für Gasschutzgeräte
Zur Anzeige des bei den verschiedenen Prüfungen zu messenden Über- und Unterdrucks werden mehrere hintereinander geschaltete Membrandosen benutzt deren Ausdehnung mittels einer Übersetzung auf den Messzeiger übertragen wird.
Prüfvorgang:
1. Alarmbereitschaft des Warnsignals prüfen. Es soll ertönen wenn die Sauerstoffflasche geschlossen ist oder nicht gefüllt wurde.
2. Die Menge des Sauerstoffzuflusses ermitteln. Sie soll 1,5 Liter in der Minute betragen.
3. Wie hoch ist der Abblaswiderstand des am Atembeutel befindlichen Überdruckventils.
4. Ermitteln des Anspringdrucks des lungentätigen Sauerstoffzuschusses.
5. Feststellen der Dichtigkeit. Das Gerät ist dicht wenn der Messzeiger des Prüfgerätes während 1 Minute um nicht mehr als 10 mm / WS fällt.
Das Anwenden des Prüfgerätes ist Aufgabe der Gerätewarte und niemals Aufgabe der Mitglieder des Grubenwehrtrupps. In grösseren Gerätelagern kann die Einzelprüfung der Geräte durch den Einbau von Zentralprüfanlagen abgelöst werden. Diese in den Gerätelagern des Bergbaus vielfach anzutreffenden Anlagen ermöglichen die Prüfung aller Geräte gleichzeitig. Die Anschlüsse zu den zu prüfenden Sauerstoff-Schutzgeräten werden durch ein einfaches Rohrnetz hergestellt.


Grubenrettungswesen im Sudetenland  1939
Das Grubenrettungswesen war im tschechoslowakischen Staate nicht einheitlich organisiert obwohl 1923 eine Reorganisation des Rettungswesens im nordwestbömischen Braunkohlerevier beschlossen wurde. Im Ostrauer Revier gab es neben den Schachtrettungsstationen noch fünf Zentralrettungsstationen. Obwohl in den behördlichen Vorschriften über das Alter der Rettungsleute nicht steht, wurden Rettungsleute die bereits 15 Jahre der Rettungswehr angehörten und solche die das 45. Lebensjahr überschritten hatten, in die Reserve eingeordnet und durch jüngere Ersetzt.




Prüfgerät Modell Rz 50 aus dem Jahr 1951
Dieses Prüfgerät ist für Sauerstoff-Schutzgeräte  bestimmt. Es ermöglicht die Messung der konstanten Dosierung, der Dichtigkeit bei Über- und Unterdruck, des Öffnungsdruckes des Überdruckventils und des lungenautomatischen Sauerstoffventils.


Chemikalien
Kaliumnatriumsuperoxyd
Dieses Chemikal verbindet sich mit Kohlendioxyd und Wasser wobei Sauerstoff frei wird. Leitet man ausgeatmete Luft die sowohl Kohlendioxyd als auch Wasserdampf enthält durch eine Patrone mit Kaliumnatriumoxyd, dann kommt aus dieser Patrone eine atembare Luft mit genügender Menge Sauerstoff heraus.


Tauchergeräte im Bergbau
Die Taucherstation der Bergschule Bochum arbeitete auch für die Wasserhaltung im Bergbau. Sie arbeiteten anfangs mit Geräten der Bauart Rouquayrol-Denayrouze, dann mit Geräten englischer Bauart. Beide Gerätearten waren aus deutscher Fertigung. Ab 1935 arbeitete die Tauchstation der Bergschule Bochum mit schlauchlosen, freitragbaren Draeger-Tauchergeräten. Die Taucher arbeiteten in Pumpenschächten, wechselten Pumpenventile, reinigten Saugkörbe, wechselten Schieber zwischen Sumpfstrecke und Maschinenkammer, Sohlen abzuteufender Schächte wurden untersucht, Geröll unter dem Senkschuh beseitigen, verschliessen der Vergusslöcher an Tübbings, Spurlatten in ersoffenen Schächten untersuchen, Dammtüren in Wassertiefen zu schliessen, u.s.w.